Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 06.02.1689

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit vnterdehnigstem respect beder dero gnädigen schreiben 3vom 1ten dis 4leidt, zue vernemmen, das ewer Durchlaucht annoch 5mit dem cattarr incomodirt sein. Hoffe 6zue gott, es werde iezt wider beßer sein, 7obwohl das schlimme wetter noch imerzu 8anhalten duet, vnd das ewer Durchlaucht abermahl 9sich bemüeht mit handen zue schreiben, 10sezt mich noch mehrer in sorgen. Bitt 11nochmahlen vnterdehnig, ewer Durchlaucht wollen doch 12sich schonen vnd dero gesuntheit beßer 13cultiuiren. Das mein bruder zue Düßeldorf


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14ankommen ist, ist gahr guett. Ich habs woll allezeit 15glaubt, das er nit werde die landen verlaßen, 16wie er mihr dan offt geschriben, das er auf 17keine weis von dannen weichen woll. Ich wert aber 18auf ewer Durchlaucht gnädigen befehl nit vnterlaßen, 19ihn verners darzue zue animiren. Von 20der Erzherzogin haben mihr auch keine brif 21gehabt, als wie ich das vohrige mal vnterdehnigst 22bericht, dersider widrumb niks, vermein, es23sey die vhrsach, das sie auf der reis nit gelegenheit24zue schreiben haben vnd die brif vnrichtig gehen. 25Wegen bruder Carl werd nit vnterlaßen, ewer Durchlaucht 26gnädigem befehl nach zue kommen. Was ihr Mayestät 27schon resoluirt haben wegen Glaz, werden ewer Durchlaucht 28schon gnädigst wißen. Wegen des Carafa will ich29mich mit mehren erkundigen vnd sodan 30ewer Durchlaucht vnterdehnigst berichten. Meine kinder seindt 31gottlob wider ganz woll auf. Ich will ewer Durchlaucht


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32auch nit lenger mit mein schreiben vnglegenheit machen, 33due mich in dero gnade befehlen vnd werde 34sterben 35vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 36EMT 37Wien den 6ten februarij 1689