Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 29.05.1689
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Das ich ewer Durchlaucht gnädige schreiben vom 19ten vnd 24ten dis heündt 3nit schuldigster maßen beantworte, bitte mihr gnädigst 4zue vergeben. Dißer heilige dag, an welchem auch das 5gebett gehalten worden, ist daran vhrsach, zue 6welchem ich ewer Durchlaucht deren noch vill vollgende 7mit allen gaben vnd gnaden des heiligen geist vnd alles, 8was ewer Durchlaucht selbst verlangen mögen, vnterdehnigst anwüntsche. 9Ewer Durchlaucht heruntereis betreffendt, so werden ewer Durchlaucht heündt 10ausfüerlich vom Stratman vernemmen, warauf 11die resolution vnserer reis besteht, vnd das mihr 12auch auf die könftige post aus Schpanien warten, 13welche hoffentlich ein guette resolution wirt 14bringen, das also ihr Mayestät annoch niks gewiß deter- 15miniren können. So balt aber selbige anlangen wirt,
16vnd ihr Mayestät werden resoluirt haben, werd ich nit 17vnterlaßen, ewer Durchlaucht durch eigene staffetta oder 18curir vnterdehnigst bericht zue geben. Mues dismahl 19enden wider meinen willen, hoff, mit nechstem 20alles zu ersezen, werde sterben 21ewer Durchlaucht 22vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 23EMT 24Laxenhburg den 29ten maij251689 26Das leidt in Beyren werden ewer Durchlaucht 27woll auch beklagen, gott wols ersezen.



