Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 06.04.1690

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit großem leidt aus ihr Durchlaucht, meiner geliebsten 3fraw muetter, schreiben ersehen, das sich ewer Durchlaucht mit ein 4cattarr incommodirt befinden. Hoffe zue dem 5almechtigen, es werde nuhnmehr schon widrumb beßer 6sein, vmb welches ich ihn inniklich bitte. Das 7wetter ist woll so vnbestendig vnd feücht, das 8nit woll anderst kan sein, als das vill cattarren 9gibt. Doch heündt wahr gahr ein schöner dag, so 10seint mihr zue Laxenburg geweßen vnd haben etlige 11enten, elster vnd haßen gefangen, war zimlich lustig. 12Ich bin aber ganz in engsten, das ewer Durchlaucht sich gegen 13dero vnterdehnigste dochter wegen vnterlaßung des schreiben wollen 14entschuldigen laßen, in deme mihr dardurch die


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15die gröste gnad geschicht, vnd bitte nochmahlen vnterdehnigst 16vnd fuesfallendt, ewer Durchlaucht wollen doch dero gesunt- 17heit conseruiren vnd meinetwegen sich nit die 18geringeste vngelegenheit machen vnd gahr nit 19schreiben, bis der cattarr völlich verrgangen wirt 20sein, dan es zue disen gahr schedlich ist. Mihr ist 21schon genuech, wan ich ewer Durchlaucht gnade versichert bin. Gestren 22ist zwar ein curir vom Scirofski kommen, 23hatt aber niks absonderligs bracht. Der reichsdag 24schluß ist verschoben bis nach den feyerdagen, 25vnd so dan wirt die heiratsach vohrgenommen 26werden. Aus Schpanien hab ich ein langen brif von 27der verwittibten Königin, aber so künstlich, das 28in erst heündt bekommen, also noch nit leßen können, 29sie schreiben aber, sie sey woll auf. Aus Engelandt 30haben mihr ganz niks, gott gebs, das balt ein 31gutte zeitung hören. Sonst gibt ganz niks vnterdehnigst zue 32berichten, also due ich mich hiermit vnterdehnigst in ewer 33Durchlaucht gnade befehlen vnd werde sterben 34ewer Durchlaucht 35vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 36Eleonora 37Wien den 6ten apprill 1690


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38Postscriptum Der Hoffkanzler hatt mihr in ewer Durchlaucht nahmen 39parte geben meiner fraw schwester Dorote vermehlung 40vnd abreis, daruohr ich ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh 41erstatte vnd darzue von dem almechtigen allen 42segen vnd freüdt, so ewer Durchlaucht selber verlangen 43mögen, vnterdehnigst anwüntsche, das ewer Durchlaucht daruohn vhr 44enikel mögen erleben. Bitt vnterdehnigst vmb vergebung, das 45dis so am endt des brifs due aus eil, habs 46zue fohr vergeßen, mus mein groben fehler vnterdehnigst 47abitten.