Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 02.04.1690

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädiges schreiben vom 328ten passato vnd freüdt mich überalles, daraus 4ewer Durchlaucht gutten wohlstandt zue ersehen, darbey der 5almechtige selbige bestendigst erhalten wolle. Heündt 6hatt der Sigmundt von Dietrichstein ein brief 7vom Graf Pfilip von Dietrichstein bekommen, der schreibt 8vom 14ten merz aus Dorwart oder wie es heist, kans nit 9recht behalten, ist nit weit von Bleimut, das sie dort 10widerumb haben müeßen wegen contrari windt an- 11lenden vnd erwarten einen beßeren. Ist doch wider 12ein schprung weiter, wan sie iezt nuhr ein pahr 13dag guette windt haben, so kommen sie außer 14des canal . Darnach kommen sie leichter vort, wan sie 15einmahl in hohen mehr seindt, gott geb sein gnad,


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16das einmahl hinein kommen, seint woll lang auf- 17gehalten, aber gott weis alles, warumb er es also 18schikt, vnd ist alles zum besten, was er duet. 19Könftigen donnerstag werden mihr wider zeitung vnd 20hoffentlich gutte von der verwitibten Königin haben. 21Die Daufinin ist nit doht, aber gahr krankh, 22dis möcht in Portugal woll hendel machen, wan 23nuhr der Mansfelt einmahl hinein kehme. Gott 24haben mihr woll zue dankhen wegen Canisa, der geb 25weiters sein gnad. Wegen des Sapia werd ich ihn 26ihr Mayestät recomendiren. Er will aber allerweil ein 27regiment haben vnd mit denen wißen ewer Durchlaucht, wie 28hart es her geht. Sonst gibt ganz niks ewer Durchlaucht 29vnterdehnigst zue berichten, also due mich vnterdehnigst in dero 30gnade empfelen vnd werden sterben 31ewer Durchlaucht 32vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 33Eleonora 34Wien den 2ten apprill 1690