Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 27.04.1690

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr vatter 2Ich bitt ewer Durchlaucht vnterdehnigst vmb gnädige vergebung, das ich 3heündt mit kurzem nuhr mein schuldichkeit ab- 4lege, weil mihr jezt gleich auf Laxenburg gehen5werden. Verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in bestem 6wohlstandt befinden. Heündt ist der Königsekh 7kommen, welcher mich deßen versichert, der 8almechtige wolle ewer Durchlaucht in bestendigem 9wohlstandt erhalten. Das wetter ist jezt gahr 10schön, wans so continuiren wolt. Bitt ewer Durchlaucht 11vnterdehnigst vmb vergebung, das ich bey lezter 12post des Herzoch brif vergeßen zuerukh zu 13schiken, kombt hierbey. Die arme Königin ist woll 14vntröstlich vnd höchst zu beklagen. Sonst gibts


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15nichts absonderligs, als das der Graf Carl ist vohr- 16gestren Obristcammerer declarirt vnd der Grav von 17Mansfelt zu mein Obristhoffmeister. Dem 18Graven Windischgräz werden ihr Mayestät suchen zu conso- 19liren, dan er sich etwas disconsolirt gezeigt wegen 20gewisen reden, so passirt sein, welche aber nit 21dise meinung gehabt, wie ers aufgenommen, 22sondren ihr Mayestät seiner nötig haben in publicis 23zue gebrauchen. Mit disem due ich mich 24in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst empfehlen vnd werde 25sterben 26ewer Durchlaucht 27vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 28Eleonora 29Wien den 27ten aprill 1690