Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 26.03.1690

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab zwar vermeindt, heündt mit mehrerem 3mein vnterdehnigste schuldichkeit abzuelegen vnd dero beide 4gnädige schreiben ausfürlich zu beantworten. Ist heündt 5aber alles so schpaht her gangen vnd hat in der 6kirchen so lang gewert, auch wegen mengen der au- 7dienzen kein zeit übrich bliben. Due also 8nechst nachmahliger vnterdehnigster gratulirung zu diesen 9heiligem fest vnd antwüntschung deren vnzahlbaren volgen- 10den vnterdehnigst berichten, das mihr gottlob ebenfals 11vom Cramprecht nachricht vnd auch hiesiger engelendischer Enuoyeé, das vnser Königin 12den 1ten dis aus Engelandt abgefahren ist vnd jezt 13hoffentlich schon nit weit von Madrit sein wirt. Wird auch 14die verwitibte Königin hoffentlich völlich resti- 15tuirt finden wirt, das die lezte brif geben, das sie


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16schon widrumb 2 dag außers bett ist, hatt auch ihr 17Mayestät vnd mihr geschriben, wider die handt wie 18allezeit. Sie last sich auch gegen ewer Durchlaucht bede 19entschuldigen, das sie nit geschriben, weil sie noch 20etwas matt ist, wie es nit anderst sein 21kan, sie haben ihr 4 mahl ader gelaßen, wies in dem 22landt der brauch ist. Hoff, mit nechstem 23werd als gutt sein, ist doch ein zimlige gefahr 24geweßen, gottlob, das so abgangen. Es ist gottlob kein 25schlag gewesen, aber große gefahr, das hett kommen 26können. Befehl mich hirmit vnterdehnigst, weil 27nit mehr zeit ist, sterbe 28ewer Durchlaucht 29vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 30Eleonora 31Wien den 26ten merz 1690