Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 29.06.1690

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr vatter 2Ich verhoff, dis vnterdehnigste schreiben werden ewer Durchlaucht vntrewegens 3in bestem wohlstandt antreffen. Sag vnterdehnigsten dankh 4vohr dero gnädiges schreiben vom 23ten dis . Freüt mich woll, 5das Pater Emerik mit kombt, werd ihn fleisich dem 6Pater Guardian reccomendiren vnd sorgen, das er in allem 7woll versehen werde. Der Cuhrfürst ist schon bey der armeé 8angelangt. Gott gebs, das der Cuhrfürstin gut geh vnd er 9auf alle narredein vergeßen möge. Das mein herr bruder auf 10die beschaw, gott geb ihm, was zu seiner ehr ist. 11Mein fraw schwester aus Portugal schreibt mihr, das 12die franzosen auch bey Florenz suechen, aber ich hab so 13vill gehört, das Florenz ihnen nit vill audienz wirt 14geben. Die sach mit Sauoia ist allein von gott, dem


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15haben allein darumb zue danken. Überschik herbey 16vnterdehnigst wider brif aus Schpanien vnd Portugal . 17Der Deütschmeister empfangt vill ehr zue 18Madrit, aber von Portugal ist er zimlich 19schnöd tractirt worden, wie ich ewer Durchlaucht alles vnterdehnigst 20berichten werd müntlich, weil es iezt zue weitleüfich 21fallen wurd. In Schpanien aber duet er nit mehr 22verlangen, als man ihm erzeiget. Ich lebe der 23hoffnung, ewer Durchlaucht in belde vnterdehnigst zue bedienen, also 24due ich mich hirmit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 25empfehlen, als die ich sterben werde 26ewer Durchlaucht 27vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 28Eleonora 29Wien den 29ten junij 1690