Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 29.11.1704

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/7

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Das ich dero liebste schreiben vom 3ten und 22ten passato nit 3ehnder beantwortet, ist mein abgeschmachter cattar 4vnd gall fluß, wie auch ihr Mayestät, mein Keiser, kleine gehabte 5alteration vhrsach. Auch heünt kan auf dero leztes 6schreiben vom 16ten dis nit antworten, weilen auch ihr Mayestät noch 7nit haben alles leßen könen wegen des heütigen postag 8vnd des die brif etwas schpaht eingeloffen, mitt nechsten 9wirt es geschen, indeßen remitir dero Liebden die vohrigen 10überschikten schreiben vnd beylagen. Wegen der bewusten sach 11hab ich zwar wehnig, doch noch ein kleine hoffnung, 12vnd hab ich dem Bischof von Rab geschriben, er soll sich 13bemüehen, abstrahendo von aller religion, die 14düßeldorfer reis zu persuadirn. Mich verlangt


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15mich zu hören, was der Pater Urpan müntlich refferiren 16wirt. Was die beyrische sach anlangt, werden dero Liebden von 17mein sohn alles vernommen vndt mit ihme alles 18aiustirt haben. Ich here, der Wiser soll her kommen, 19erwart in alle dag, wehr woll gutt, auch wegen des 20vergleich mit dem Deütschmeister . Wegen ihr Heiligkeit, weilen 21ihr Mayestät nit als lesen könen, werd mit nechsten antworten, 22mueß izt wegen mangel der zeit enden, dan es 23heündt gahr vill hatt zu schreiben geben. Due mich in 24dero vnschäzbar affection befehlen vndt werde 25sterben 26dero Liebden 27getrewst schwester 28Eleonora 29Wien den 29ten novembris 170430Bruder Allexander hab die brif nit geben, 31weil er schon hier wahr, er hetts sonst gemerkt.