Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 17.06.1705

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/7

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Curfürst, mein herzallerlibster herr bruder 2Dero herzu nahender nahmensdag gibt mihr 3ahnlaß, dero Liebden dazu zu gratuliren. Bitte gott, das 4er dero Liebden mit aller selbsterwüntscher consolation 5möge überhaufen vndt vndt ville vnzahlbar 6iahr continuiren, welches vohr mich in meiner 7bedrüebnuß die gröste linderung geben könte. 8Vnser schwester Lischen ist heündt auf Prag, wirt 9dort erwarten die antwort wegen ihrs Prinzen, 10ob in der Konig will loß laßen, sonst wirt 11sie zu ihm gehen, weil ers ihr erlaubt hatt 12vnd der Prinz es so sehr verlangt, weil er in


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13kein gutten standt vnd in sein sachen ein disposition 14magen will, so notwendig ist. Ich hoff, sie soll balt 15wider kommen. Ich reccommendire dero Liebden nochmahlen 16die anschpachische sach, dero Liebden lasen sichs doch angelegen 17sein, dan es mein sohn izt gahr zu bedrüeblich wer 18vnd hart, sich auf ein andre zu resoluiren. Weil 19sie so eifrich in ihrer religion, wirts hernach 20auch in der vnsrigen sein, wan sie es einmahl 21erkennen vnd sich dazu resoluiren wirt. Ich hoff, 22der Metsch werd schon ankommen sein, die 23andre ist erst 14 iahr, wan man so iung 24heirat, hatt man ordinari wehnig kinder 25an dennen alles gelegen ist. 26Due mich dero Liebden befehlen vnd werde sterben 27dero Liebden 28getrewste schwester 29Eleonora 30Wien den 17ten juni 1705