Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, o.O., o.D. (zwischen 01.02.1677-31.03.1677)
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtigster Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Dero allerliebstes schreiben vom 5 dieses hatt mihr 3zwahr freüde veruhrsachet, in deme ich daraus ihr Durchlaucht 4guette gesuntheit vernommen, aber darbey ein leidt 5veruhrsachet, weil dieselbe noch weiter von hier ihre 6reis vortsezen werden. Der allerhöchste verleye ihnen allen 7erwüntschten segen vndt gelükh, das alles nach dero 8verlangen vndt contento gereichen möge, vndt nit 9lang aus bleiben, warzu ich wohl kein gelegenheit werde 10vorbey gehn laßen, damit nit allein mein höchstes verlangen 11erreichen möge, ihr Durchlaucht widerumb einmahl zu sehn, als 12sondern auch mein verliebter brueder möge getröstet 13werden. Aber iezt seint ihr Mayestät, mein gnädigster herr, so 14mit geschäft überladen, das niks daruon sagen derf. 15Aus Schpanien seint widerumb schlimmere brief 16kommen, gott wolle es beßeren, es sicht übel aus. 17Ich mues dis mahl vmb vergebung bitten, das 18nit mehr schreib. Mihr müeßen iezt gleich 19hinüber zue der Kayserin in ein academi. Ich befehle 20mich ihr Durchlaucht in dero vätterlige affection, als die ich 21sterben werde 22ihr Durchlaucht 23ganz ergebenste trewgehorsamste 24dochter 25Eleonora Magdalena Theresia
261Ihr Mayestät der verwitibte Kayserin schmekt auch der rodenfelder käs gahr 27wohl, aber mit taratuflen in öhl. Bin fro, das nit mit mues eßen.




