Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 11.03.1677

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtigster Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich habe in meinem lezten schreiben verschprochen, mich 3zue beßeren vndt habe abermahl die vergangene post 4mein schuldickeit vnterlaßen. Mues also widerumb 5auf das newe vmb vergebung bitten, wil gern die 6bues austehn, so mihr ihr Durchlaucht auferlegen wollen. Komme 7benebens auch, meine schuldige danksagung abzulegen 8vohr das, was ihr Durchlaucht durch den Folter überschiket. Ist 9gahr zu schön. Ihr Durchlaucht überheüfen mich also, das nit 10genuechsame danken kan, wolte gott, ich könte soliches 11verschulden, wie ich es verlanget. Es hatt mich gahr sehr 12erfreüet zue vernemmen aus beyde ihr Durchlauchten werteste 13schreiben, das sie gelüklich auf Mildenburg kommen, 14der allerhöchste gebe inen weiters genaht. Was ihr Durchlaucht 15verlanget wegen meiner brüeder, in die recomendation schreiben 16haben ihr Mayestät gnädigst eingewilliget. Was iezt Trient vnd Brixen 17anlanget, so werden ihr Mayestät, mein gnädigster Kaiser, keinen portiren, 18dieweilen selbiges immerzu streit mit den erblanden 19hatt. Haben aber gahr gnädigst gemeld, sie wolten sich meinen 20bruder Carl gahr wohl befohlen sein laßen, haben auch iezt 21ein recomendation schreiben eingewilliget an Salsburg . 22Was den Bischoff von Eigstett anlanget, werden ihr Mayestät 23duen, was sie können. Was den Bischof von Bamberg


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24Bamberg anlanget, hab ich wohl so vill von ihr Mayestät 25vernommen, das soliches schwerlich wirt sein können, 26dieweilen die bischoff soliche capitulationen ein gehn, vmb 27bischoff zu werden, vndt darnach wollen sie es nit halten. 28Was aber die fölker vom fränkischen kreis anlanget, 29haben ihr Mayestät schon gnädigst befohlen zu schreiben, wie es ihr Durchlaucht 30verlangen, so vill es sein kan. Wüntsche das diese armatur 31nach ihr Durchlaucht vndt vnser allen hoffnung wohl opperiren 32möge. Aus Schpanien ist heüt die post noch nit kommen, 33förchte aber wohl, werde nit vill guettes bringen in 34dem stant, wohe iezt die sachen dorten stehn. Ich habe 35auch von Pater Danner vernommen, das die sachen bey 36Cuhr Cöllen wohl stehn, welches mich sehr frewet. Wüntsche 37wohl, das mein elster brueder auch getröst währe, 38will keinen fleis schpahren, als dieienige, so mit höchstem 39eifer sterben wirt 40ihr Durchlaucht 41ganz ergebenste trewgehorsamste 42dochter 43Eleonora Magdalena Theresia 44Wien den 11 merz 1677