Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 04.03.1677

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtigster Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Beyde dero werteste schreiben 17 vnd 20 des verwichenen3monats wie auch eins durch den Schellerer habe mit 4groser freüdt empfangen, die weilen daraus ihr Durchlaucht 5guetten wohlstant vernommen vndt auch daraus ersehen, 6das durch dero güettichkeit mihr meine nachläßich- 7keit im schreiben vergeben. Was die coadiutori anlangt, 8so haben sich ihr Mayestät, mein gnädigster Kayser, allergnädigst resoluirt, 9vndt als heüt werden die schreiben in Italien abgefertigt 10werden. Der Graue Königsekh duett gahr niks darbey 11retardiren, sondern erzeiget sich gahr eifrich, wie 12ihr Durchlaucht auch vomm Schellerer vernemmen werden, 13das er selbst andreibet, das die sach beschleüniget 14werde. Die schreiben an Cuhr Cöllen vndt capittel werden 15auch nach vndt nach balt abgefertigt werden. Ihr 16Mayestät werden auch den ienigen dumbherren, so hier seint, 17als dah ist Markgrau Herman, Grau von Fürstenberg 18vndt Königsekh, müntlich zureden laßen, welches 19der Grau Köngsekh selber vohrgeschlagen. Der Kanzler 20Hoher hatt schon comission von ihr Mayestät, mit ihnen zu 21reden. Also hoffe, das alles balt zu einem glükhligen


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22ende werde gereichen. Was mein eltisten brueder 23anlanget, so werde gewis nit feyeren, habe auch schon 24mehrere hoffnung wegen des lottringischen heirahts. 25Ihr Mayestät, mein gnädigster herr, haben mihr auch selbsten gesacht, es 26würde sich dises ein große leichterung darzu geben, vndt 27als im erwisen, das mein bruder anoch in höchsten sorgen zwischen 28hoffen vndt forcht währe, so haben ihr Mayestät geantwort, er könne 29gahr wohl hoffen. Auf dasmahl habe es nit weiters brengen 30können vndt mues iezt widerumb ein wehnig still sein, 31welches mihr dan auch ihr Mayestät, die verwitibte Kayserin, 32vndt Kanzler Hoher gerahten. Dieses leztere bitte, was mein 33bruder anget, durch Pater Danner zu beantworten, dan ich über etlig 34dag ihr Mayestät den Kayser fragen will, ob ich ihr Durchlaucht die trostreiche 35zeitung schreiben dörfe, das mein bruder woll hoffen möge, vndt dadurch36gelegenheit filleicht finden, etwas mehrers zu melden. Dieses 37habe mich erküenet zu schreiben, weil die post gleich wekh 38vndt ihr Mayestät der Kayser nit mehr herrein kommen bis zum 39eßen. Ich befehle mich gehorsamst in dero gnade vndt 40werde sterben 41ihr Durchlaucht 42ganzergebenste trew gehorsamste 43dochter 44EMT 45Wien den 4 merz 1677