Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 28.04.1678
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Die hochzeit der Hoffmanin hatt mich bey vohriger 3post verhindert, meine schuldichkeit abzuelegen, 4mueß deswegen widerumb mein vertrauen auf 5dero große güette sezen, vergebung zu erhalten. 6Bitte aber nochmahlen ganz gehorsamb, gegen mich 7keine entschuldigung zue machen, mihr ist gnade genuech, 8wan ich weis, das mich ewer Durchlaucht anoch in selbiger erhalten. 9Mues aber mein forcht gestehn, das förchte, nit 10so in selbiger zue sein, weil ihr Durchlaucht so vill cerimoni 11mit dero gehorsamsten kint machen mögen. Ich hoffe, dießer 12brif solle ewer Durchlaucht schon zue Neüburg in guettem 13wohlstant finden. Was ewer Durchlaucht wegen meines 14bruederen verlangen, werden sie schon aus meinem 15vohrigen schreiben vernommen haben. Verwichenen 16sontag haben ihr Mayestät es ihr Mayestät der Kaiserin 17gesacht vndt ich ihr gestern disfals gedankt vndt 18ihr gesacht, ich wolte es heütt ewer Durchlaucht schreiben. 19Sonst weis es noch niemant, darumb wollen 20es ewer Durchlaucht auch annoch in geheim halten.
21Die zeit ist annoch nit resoluirt, so balt es aber 22resoluirt sein wirt, werde es alsobalt berichten, 23damit ewer Durchlaucht auh darnach ihre anstalt machen 24können. Wegen ewer Durchlaucht hierhero konft vndt wen 25sie mit sollen bringen, werde so vill als erfahren 26kan, wie ihr Mayestät es verlangen, berichten. Ihr Mayestät zwar 27hab gefracht, so wollen sie niks vohrschreiben, ich will 28aber schon sonsten suechen zue penetriren, wie es 29guett sein möge vndt aus kintligem gehorsam 30alles berichten. Mues aber vohrhin vmb vergebung 31bitten, wan villeicht zue frey sein würde in 32diesem. Ich werde es duen aus gehorsamb. Der Cuhrfürstin 33von Heidelberg werde mit nechstem antwort, dan 34heütt vnmöglich nit kan, weil in Schpanien schreiben 35müeßen. Ihr Mayestät zeigen sich in dieser sach 36auch gahr gnädig, zweifle nit, sie werden sich der 37sachen annemmen. Das bruder Carl wider das fieber, 38ist mihr wohl herzlich leidt, hoffe aber, soll 39balt widerumb beßer werden. Er wirt gahr 40starkh darnach waksen. Ich mueß auch enden 41vndt due mich hiermit in ewer Durchlaucht beharlige






