Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 15.12.1678
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtigster Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Es erfreüet mich von herzen, aus dero gnädigstem schreiben 3vom 6 dieß zue vernemmen, das sich ewer Durchlaucht 4samentlich anoch in guetter gesuntheit befinden vndt 5dero gehorsamstes kint noch in gnaden erhalten, auch die Erzherzogin 6vndt mein herr brueder sich so wohl befinden vndt einander 7so lieb haben. Habe niemahlen daran gezweifelt, 8dan die liebe Erzherzogin so duegentsamb, vndt ich 9weis, das er sich auf sollich weis bemüehen wirt, 10sie zue gewinen, das sie beyde nit anderst 11vhrsach haben. Es ist mihr aber leidt, das das 12wetter so übl corespondirt vndt ewer Durchlaucht 13an ihrer intention verhindert. Es geht vns 14iezt hier auch schlecht mit dem iagen, aber 15gestren vndt heütt fangt es an kalt werden. 16Hoffe, es solle sich einmahl endren, das ewer 17Durchlaucht das fewerwerkh vndt waß sie wollen halten 18können, zweifle nit, es werde alles gahr 19schön werden. Ich sage auch vnterdehnigen dankh
20vor den wein, ewer Durchlaucht überhaüfen mich allzeit 21mehrer mit dero gnade, das ich nit worte 22genuech finden kan, genuechsammen dankh 23daruohr zue erstatten. Wünste nuhr, das durch 24meine dienst ich ewer Durchlaucht mein trewe deuotion 25kunte zue erkennen geben. Berichte gehorsamst, 26das sunst alle noch wohl auf. Der kleine fangt 27schon an, ihm wagen herummer zue vahren 28vndt ist aller lustig. Ich due mich hiermit 29in ewer Durchlaucht beharlige gnade gehorsamist empfelen, 30die ich sterben werde 31ewer Durchlaucht 32ganz ergebenste trewgehorsamste 33dochter 34EMT 35Wien den 15 decembris 167836Ewer Durchlaucht berichte, das der Cuhrprinz 37aus Saxen gestren anhero kommen, 38will all incognito sein, wirt morgen audienz haben.




