Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 02.03.1679

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleuchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Habe wohl vhrsach vmb vmb vergebung 3zue bitten, das ich bey vohriger post meine 4schuldichkeit nit habe abgelecht. Ich hoffe, der 5Fürst werde meine entschuldigung gemacht 6haben. Es erfrewet mich von herzen, das ewer Durchlaucht 7den fasching so wohl abgangen vndt sich so wohl 8auf befinden. Wie er hier abgangen, werden ewer 9Durchlaucht schon vernommen haben. Schike hierbey, was 10gehalten ist worden. Was ewer Durchlaucht gnädigst verlangen 11h wegen des Bischofen von Gurk, darauf haben 12ihr Mayestät bey vohriger post gleich ein befehlch 13an ihne ab gehen laßen, das er alsobalt hin 14solle, wan er nuhr möglichst so vill zue 15Niemwegen könte ab kommen. Es hatt auch 16der Bischoff selbsten mit selbiger post an 17den Cuhrfürst geschrieben, er wolle zue ihm kommen,


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18so hoffe, es werde geschen sein. Es hatt aber amb 19anfang gleich der Bischoff von Gurkh vohrgeschlagen, 20es solten ewer Durchlaucht auf allen fall den Grauen 21von Ötingen hinunter schiken, so haben ihr Mayestät, 22wie wohl sie amb anfang auf die leztere 23schreiben vom Bischof gemeint, es wehre vnötig, 24weil er selbsten hin werde, so haben sie dannoch 25die expedition vor den Öting laßen verfertigen, 26welches ewer Durchlaucht, wie ich vermeine, mit heütiger 27post empfangen werden, damit sie in allem 28fall fertig sey, wan ewer Durchlaucht vohr nötig 29erachten möchten, den Öting hinunder zue schiken. 30Ich meine wohl, es könte nit schaden, dan 31es kan zue Niemwegen leicht etwas fohr 32fallen, das der Bischof nit wek könt vndt 33ierst, wie ewer Durchlaucht gnädigst melden, keine zeit zue 34versaumen ist. Hoffe nit, das ewer Durchlaucht mihr 35in vngenaden werden nemmen, wan die Marta 36mit dem Doctor hinauf schike. Ich will sie


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37schon so wohl versorgen, das gahr kein vngelegenheit 38bey der reis wirt haben, vndt der Doctor wirt 39bey ihr sein. Es frewet mich, das die Kaiserin 40sich einmahl resoluirt hatt vohr den Öting, meine 41wohl, weil sie es resoluirt hatt, so wirt sie ihr 42wort nit widerumb zue rukh nemmen, das 43stüente sonst nit wohl ins gesicht, wie wohl es schon öfter geschen. Wegen der 44schpanischen Niderlanden hab ich iezt weniger hofnung 45als nie bey dieser coniunctur. Wie ihr Durchlaucht 46schon ohne zweifel werden vernommen haben, 47sich man klar des Don Jouuan seine böse 48intentiones vndt glaub gewis, das ehr niehmahlen 49einem das gouernement wirt geben, der ihr Mayestät 50dem Kaiser wirt angenehm sein. Weis auch 51nit, ob bey dieser schönen gru begebenheit 52noch so balt ein botschafter hinein wirt. 53Ihr Mayestät der Kaiser haben selbsten fast in diesen 54puncto die hoffnung verlohren, der almechtige 55wolle es beßeren, dan der kan es allein. 56Mich daurt nuhr die arme Königin . 57Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade befehlen,


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58die ich sterben werde 59ewer Durchlaucht 60ganzergebenste trewgehorsamste 61dochter 62EMT 63Wien den 2 merz 167964Ihr Mayestät, mein gnädigster Kaiser, haben mihr anbefohlen, 65sie bey ewer Durchlaucht zue entschuldigen, das sie 66diese post nit geschrieben. Sie haben es im 67willens gehabt, haben aber so vill in Schpanien 68zue schreiben gehabt, das nit möglich gewesen. 69Sie werden es aber mit nechster post duen.