Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Prag am 16.03.1680
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 8 dies hab ich mit schuldigsten 3respect empfangen. Erfrewet mich wohl von herzen, 4das sich ewer Durchlaucht so wohl auf befinden, gott erhalte 5sie verners darbey. Mein herr brueder befindet sich 6auch gottlob wohl auf. Ihro Mayestät zeigen sich gahr 7gnädig gegen ihn vndt seindt mit ihm gahr wohl 8zue friden vndt haben gnädigst befohlen, das er soll hier 9bleiben bis auf den 3 oder 4 könftigen monats. Dan 10werden mihr auf eine walfart reisen, ein vnsere 11liebe frau, heischet der Heilige Berg . Er gibt hier 12auch sonst allen große satisfaction, so vill ich 13höre, loben ihn alle wegen der visita der geheimen 14räht. Damit er nit zue allen derfte gehen, hab ich 15gemeint, mihr wollen machen, das ihn etlige zue 16gast laden, so gebe es nirgens kein disgusti. 17Ich hoffe zue gott, der Ihrs werde etwas 18guetts ausrichten. Die arme Madame Dauphine
19ist wohl mitleiden mit zue haben. Ich hab mihr 20wohl niks beßeres vohr sie eingebilt. Ich sage 21auch ewer Durchlaucht vnterdehnig dank, das sie so 22gnädig an mich gedenken mit dem bihr vndt wein. 23Ich hab hier ein guett bier, das bekomt mihr gahr 24wohl, den wein hab ich auch noch aus ewer Durchlaucht 25gnad vndt wan er aus wirt sein, werdt ich 26mich schon erkünendigen, ewer Durchlaucht widerumb vmb 27einen vnterdehnigst zue bitten. In dero beharlige 28vatterlige gnade ich mich gehorsamst befehle als 29ewer Durchlaucht 30ganzergebenste trewgehorsamst 31dochter 32EMT 33Prag den 16 merz 1680


