Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Pardubice am 07.06.1680
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in guettem 3wohlstandt befinden. Ich hab mit dieser post 4noch niks bekommen, weil ich vergeßen zue 5bestellen, das sie mihr des Schellerers pakett 6gleich schiken sollen, verhoffe aber, es werde alles 7wohl stehn. Mihr seindt gestren abens auch gottlob 8allhier wohl ankommen, bin wohl froh, das 9die reis so guett ist ab gangen. Gott gebe 10nuhr, das das übel einmahl möge aufhören. 11Es geht zue Prag noch gahr schlecht, ist 12wohl hoge zeit gewesen, das wir seint daruohn 13gangen. Gott wolle vns bewahren, das weiters 14bey vns niks möge geschehn. Zue Brandeis seint 15zwey hatschier, der kinder wescherin vndt ihr mensch 16daran gestorben. Die Aursperg wirt daruon kommen, 17kan wohl von glükh sagen, dan man ihr zwei 18mahl hatt ader gelaßen. Hier ist es nit gahr
19schön, kein garten, nuhr ein zwinger. Vohr gestren 20haben mihr dorten das gestüet gesehn, vohn ewer 21Durchlaucht ihren zuch seint heier 3 schöne fülle gefallen, 22eine, die schoniste, ist blindt worden, hatt aber 23ein haubt schöns fülle. Es ist dorten wohl ein 24schöne gelegenheit, wie bey Grüenaw, vndt 25Eberstorf . Es ist schon schpaht, mihr gestren auch 26nit frue her kommen, so hatt es heündt als 27was zue duen geben. Due mich in ewer Durchlaucht 28gnade befehlen vndt sterbe 29ewer Durchlaucht 30ganzergebenste trew gehor- 31samste dochter 32EMT 33Pardowiz den 7 junij 1680

