Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Budweis / České Budějovice am 12.07.1680
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich bin balt naheinander mit 3 dero gnädigen schreiben 3erfrewet worden aus vhrsachen, das die vohrige 4post etwas schpehter ist ankommen, das eine vom 528 pasato, das andere vom 1 dies durch ein stafe- 6tta, so aber erst mitt der post empfangen, wie 7schon 4 dag auf der reis gewesen, das dritte gestern 8vom 4 dießes . Seint mihr alle gahr ein großer 9trost gewesen, weil ich daraus ewer Durchlaucht guetten 10wohlstandt hab vernommen, wahrbey der allmächtig 11sie verners gnädig erhalten wolle. Kan mich nit genuch 12gegen ewer Durchlaucht vnterdehnigst bedanken vohr so vill gnade, so 13sie mihr in denselbigen erzeigen, das sie meiner 14bey vnserfrawen zue Altenöting gnädigst wollen einged- 15denkh sein, so kan mihr nit anderst als wohl 16gehn. Ich hoffe, ewer Durchlaucht werden nachgehns einen 17guetten schpaß zue Burchlengenfelt mit der hirsch- 18feist haben. Es wehre vohr mich wohl die 19gröste gelükhsehlichkeit, wan wir auf Regenspurch solten 20kommen, damit ich dorten ewer Durchlaucht mögen bedienen. 21Sage auch ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh, das sie
22so gnädig sein vndt die hirsch wollen schpahren, förchte 23aber wohl, es werde diese hirschfeist noch niks 24draus, darumb bitte, ewer Durchlaucht wollen sich kein vngelegen- 25heit machen. Meine brief mues ich nuhr allezeit 26mit danksagungen erfüllen vndt kan es doch niemahlen 27genuechsamb ablegen. So sag dan abermahl vnterdehnigsten dankh 28vohr die wein, bier vndt käs, ewer Durchlaucht seindt mihr 29gahr zue gnädich vndt haben gahr zuefill geschikt. 30Sag auch vnterdehnigen dank, das ewer Durchlaucht wolten hunser 31vndt klingenberger wein schiken, bitt, ewer Durchlaucht wollen sich 32disfals kein vngelegenheit machen, dan vohr mich 33ist er zue starkh, vndt ihr Mayestät seindt schon 34ihrer österichen gewohnt. Das mein bruder auch dechant 35zue Sankt Gereon ist worden, erfrewet mich von 36herzen, der almechtige gebe weitters allen sehgen 37vndt glükh. Wegen des Bischoff von Strasburch 38wehre es wohl guett, wan man in kundt 39wekh bringen, ihr Mayestät werden auch gern 40darzue cooperiren, wan sie nuhr werden sehn, 41wie es sein kan. aus Was ewer Durchlaucht mihr gnädig 42befohlen wegen der coadiutori des Bischoffen von Augschpurg 43werde mich auf alleweis befleisen zu volligchen, 44aber izt auf der reis ist es vnmöglich. So 45balt aber auf Lins kommen werden, welches
46hoffentlich könftigen montag sein wirt, so 47werde ich alsobalt daran sein vndt wan 48es erlange, gleich durch eine staffeta oder, 49wan es vonöten wirt sein, einen curir 50vberschiken. Das ewer Durchlaucht wahlfart so wohl von 51statten geht, freüt mich von herzen, bitt 52allein, ewer Durchlaucht wollen sich beyde meinent- 53wegen als dero gehorsamen kint kein vngelegenheit 54mit schreiben machen noch vill wehniger ent- 55schuldigen. Mitt diesem due ich mich ewer Durchlaucht 56vnterdehnigst befehlen, werd sterben 57ewer Durchlaucht 58ganzergebenste treugehorsamst 59dochter 60EMT 61Pudweis den 12 juli 1681





