Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 16.08.1680

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 15 dis hab 3mit schuldigstem recpect empfangen. 4Ewer Durchlaucht güette vndt gnaden gegen mich 5seindt allzue groß gegen mich. Mein 6gröste freüdt in der welt ist, wan 7ich vernemme, das sich ewer Durchlaucht in 8so guettem wohlstandt befinden, 9gott wolle sie verner darbey erhalten. 10Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh, das sie 11ein hunfer wein wollen schiken, bitt aber, 12nuhr mit guetter gelegenheit, dan es gahr 13wohl weil hatt. Das zue Regenschpurg so ein 14handel gewesen, ist gahr nitt guett. Es wehre 15freilich zue wüntschen, das mihr dorthin 16können, aber förcht, es wirt schwerlich etwas 17daraus werden. Das mit Auschpurg so guett


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18geht, freüdt mich, aber ich hab vom Hoffkanzler 19vernommen, als solte der Papst die dispens 20abgeschlagen haben. Das wehre wohl ein schlime 21sach, so were alles vergebens. Wegen 22des Grauen von Meskirch vndt Quendels werd 23ich ihr Mayestät fleisigist recomendiren. Mues 24heündt widerumb vmb gnädige vergebung bitten, 25das etwas kürzer schreibe, mihr werden auf 26ein ort, dah sollen mihr morgen iagen, heist 27Sankt Pantaleon . Es wirt iezt balt die Königin 28in Polen vndt Herzog von Lotringen her 29kommen. Sie wirt ihr kleinen mit bringen, 30die Kaiserin wirt wohl ein freüdt mit 31dem enikel haben. Due mich hiermit 32in ewer Durchlaucht gnade befehlen vndt werde 33sterben 34ewer Durchlaucht 35ganz ergebenste trewgehorsamste36dochter 37EMT 38Linz den 16 august 1680