Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 24.04.1681

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/8

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich habe mit großen freüden aus dero gnädigem schreiben 3vom 18 dis ersehn, das sich ewer Durchlaucht annoch in guettem 4wohlstant befinden, welches mich wohl vber alles 5erfrewet zu vernemmen. Kann auch nit genuech- 6samme wort finden, mich gegen ewer Durchlaucht vnterdehnigst 7zue bedanken vohr die große gnade, das mihr erzeigen, 8das so vohr vns alle bey vnser lieben frawen 9gebett, welches gewis nit wehinig cooperirt wirt 10haben zue deme, das mihr gottlob so wohl hie 11seindt angelangt, auch mein Josepl widerumb sich 12gottlob von dag zue dag in den kreften beßer erholet. 13Vndt werden heündt sein von Linz abgereist vndt 14also hoffentlich könftigen samstag anlangen. Darnach 15werden mihr baldt vnsere reis auf die Neüstatt 16antretten. Ist zwahr noch bis auf könftigen montag 1714 verschoben worden, dieweilen die vngern nit enden 18können zue sammen zu kommen, auch die menge der 19leüdt, bis das gras beßr herführ komt, dorten nit 20supsistiren könte, gott geb, das alles wohl abgehn. 21Ich hoffe wohl Pater Marcus zue sehn, dan ihr 22Mayestät gewis sich drumb bemüehen werden, 23welchs mihr wohl ein großer trost sein wird. 24Das bruder Allexander vom fieber befreiet ist, 25erfrewet mich wohl von herzen. Wegen deßen was


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26mihr ewer Durchlaucht gnädig befehlen wegen des Bischoffen von 27Augschpurg werdt ich nit vnterlasen, ihr Mayestät 28fleisigist zue recomendiren. Hab heintt die 29schreiben erst vmb 1/2 10 empfangen, darumb 30falt mein brief auch so kurz vndt 31schantlich aus. Was mein elsten brueder Liebden betrift, 32so laß ich wohl sein, das filleicht bis- 33dahto fäller geschen, welche er gewis selbsten 34genuech beklaget vndt fast beweinet, weiln 35er sich besorget, dardurch ewer Durchlaucht vngnadt 36verdient zue haben, aber gewis ist vohn erst 37seiner iugent nach nit gahr zue groster 38erfarenheit in der regireung, so dan den 39schweren zeit, in welcher er selbige angetretten, 40zue zue schreiben. Er wirt aber gewis sich 41befleisen, alles zue ersezen, dan die lieb 42vndt respect, so er zue ewer Durchlaucht dragt, 43ist vnbeschreiblich, wie ich aus allen sein


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44schreiben vndt auch vohr diesem, dah er gegen mich 45allezeit gahr vertreülich gewesen, allezeit geschpürt 46hab. Vndt eben weil ich weis, wie gros sein 47lieb gegen ewer Durchlaucht, so vrteil ich daraus, 48wie bedrüeblich ihm sein wurde, wan er 49einige vngenat beförchtet. Er hatt mihr selber 50nit genuech rümmen können, wie gnädigen vohrsorch 51ewer Durchlaucht in den druntigen landen mit den 52stenden vndt sonsten vohr ihn gedahn. Ich mein 53nuhr, das bis er die gelder, so aus dem lezten 54lantag bewiligt seindt worden, empfangen, 55hart ist aus kommen. Es ist zwar schon fridt 56gewesen, die contributiones aber, vermein 57ich, hatt er nachgehns, damit er die 58franzosen föllig aus dem landt bracht, 59erlegen müeßen. Ich bilt mihr halt ein, weil 60er bruder Ludwig über sich genommen, ob ihm


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61villeicht bey der coadiutoria auch etwas gekost 62wirt haben, vndt iezt, bilt ich mihr ein, 63werden sie sich drundten auch wegen Münster 64bemüehen etwas auszuerichten, welches wohl 65zue wüntschen wehre, dan ich höre hier, der 66Bischoff sey schir ganz hin. Er wirt gewis 67aber inskonftige fleisiger zue halten, ewer Durchlaucht 68sein ihm nuhr gnädig vndt schreiben im 69immeremahl ein trostreich brifel, er wirt 70gewis fleisich sein schuldichkeit in acht nemen, 71dan ich weis zum besten, wie hoch er ewer Durchlaucht 72liebt, dan ichs mein lebtag von ihm so 73geschpüret. Von allen diesen sachen, schre so ich zue 74seinen entschuldigung geschrieben, bin ich nit 75informirt vnd seindt nuhr meine 76einfälle, aber sein kintlige lieb bin ich 77versichert. Es ist schon balt 12, mueß enden 78vndt sterbe 79ewer Durchlaucht 80ganz ergebenste trewgehor- 81samste dochter 82EMT 83Wien den 24 apprill