Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 12.02.1682

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Aus ewer Durchlaucht gnädigem schreiben vom 26ten vnd 30ten dis hab mit großen freüden 3vernommen, das sich ewer Durchlaucht in guettem wohlstand befinden 4vnd in 2 posten keine brief von mihr empfangen. Eine hab 5ich wegen der comedi vndt hochzeiten versaumbt, welche den 615ten passato hatt sollen gehn, die andren habe aber alle geschriben, 7den 3ten, 8ten, 22ten vnd 29ten passato . Hoffe es werde alle sein ankommen 8vnd filleicht, das das große waßer schuldich daran ist, das die brief 9seind ligen blieben. Wegen verabsaumung der vohrigen post mues 10ich auch vnterdehnigst vmb vergebung bitten. Es hatt sollen selbigen 11dag die comedi gehalten werden, weil aber ein musicus erkrankt, 12soh ist bis auf den samstag aufgeschoben worden vndt mihr den 13selben dag an statt der comedi vns verkleiden müeßen. So 14ist, weil diese verkleidung so vnuersehns führgenommen 15worden, bis ich etwas zuesammen klaubt, mihr ein vnmöglich- 16keit geweßen zue schreiben. Iezt will ich mich aber befleisen 17alles herrein zue bringen. Was ewer Durchlaucht gnädigst melden wegen der 18abschikung des Wensels von Altheim, so hatt er die vohrige wochen 19verreisen sollen, seint aber dem Oxenstern widerumb newe 20comissiones kommen, wegen welicher er sich annoch bis dato 21aufhalten müeßen. Seine abreis wirt aber noch ehrster dagen


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22vohrsich gehn. Wegen Dennenmark ist kein gedanken geweßen 23ihne aufzuhalten. Ihr Mayestät suechen auf alle weis, diesen 24Köhnig zue gewinnen. Gottlob, das der beyerische kreisdag geschloßen. 25Ist freilich schlim, das solliche lugen spargirt werden, vnmöglich26ist aber diesen lugnern allen das maul zue stoppfen. 27Man muetmaßet zwar, vnd dieses mit fundament, 28das es die Fürstenberger seindt, aber sein kan es gleich- 29woll, das es auch andre duen, dan leider der leüt mehr, 30welche Frankreich anhenken. Ich wüntsche von herzen, das 31der bey westfälische kreisdag dem beyerischen gleich möchte 32abgehn, der Schpeh wirt hoffentlich vill guettes drinen duen. 33Das meine brüeder zue Rohm wohl ankommen seind 34vnd ihnen vnterwegen so vill ehr erzeiget worden, freit 35mich von herzen, der almechtige geb ihnen weiters gnad. 36Es schreibt mihr bruder Wolfgang, das der Cardinal Pio ihnen so woll 37anhant steh, das ist ein guette sach, dan ich ihn von 38allen höre loben, was er vohr ein wakerer mann sey. 39Der Pater General von den carmeliten kent ihn gahr woll, 40hatt mihr ihn auch nit genuech loben können. Vnser 41fasching ist gottlob wohl abgangen. Ich schreibe ihr Durchlaucht 42meiner geliebsten fraw mutter alles was ist gehalten worden. Er ist gahr 43kurz gewesen, so haben mehr fest in wehnig dagen haben


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44müeßen. Das fest bey der Kaiserin ist gahr herzich geweßen, 45auch des Markgrauen seins. Es müeßen die waßer woll 46die posten verhindren, dan die santags post ist gahr noch 47nit kommen. Iezt fangt es an, ein wehnig kelter zu werden, 48hatt geschnieben. Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade 49gehorsamst vnterdehnigst befehlen, die ich sterben werd 50ewer Durchlaucht 51ganzergebenste trewgehorsamste 52dochter 53EMT 54Wien den 12 februarij 168255Hierbey überschike ewer Durchlaucht nach dero befehl des Pater 56Marci seinen brief. Ihr Mayestät werden auf alle weis suechen, die 57obedenz vohr ihn auszuewirken, damit er nach ostren möge 58heraus kommen.