Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 19.02.1682
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh vohr dero gnädiges schreiben vom 6 dis. Gottlob, 3das sich ewer Durchlaucht so woll auf befinden, also hoffe ich, balt die 4gnade zue haben, ewer Durchlaucht alhir vnterdehnigst zue bedienen, in deme mihr 5ihr Mayestät nit allein gnädigst erlaubt, sondern exproprio motu gnädigst anbefohlen, 6ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue bitten, mihr die gnad zue erweisen vnd zu meiner 7niderkunft sich alhier einzuefinden. Weil selbige aller meinung 8nach sich gegen den halben may begeben möchte, so verlangen 9ihr Mayestät, das ewer Durchlaucht dero reis gleich nach der osterwochen möchten 10antretten. Was ich vohr ein vnauschprechliche freüd darab em- 11pfinde, wehr mihr nit möglich auszueschprechen vnd werde woll 12gewis bis dorthin alle minuten zehlen. Bitte ewer Durchlaucht vnterdehnigst 13vmb verzeiung, das heünd so kurz mein brief werd 14machen. Das vnauschprechlige schandtlige wetter hatt 15mihr ein zimligen strauken veruhrsacht, also das die augen 16das ville schreiben nit gahr woll erleiden, hab aber gottlob kein 17huesten darbey, welches ihr Mayestät incomodirt seind. Sonst aber sind wir18gottlob beyde woll auf. Mit nechster post will alles 19widerumb herrein bringen. Ich sage ewer Durchlaucht vnterdehnigsten dankh 20vohr dero gnädiges andenken in dero heiliges gebett bey vnser lieben fraw, 21bin so viller gnaden woll gahr nit wert vnd weis es
22niemahlen zue verschulden. Frewet mich von herzen, das meine herren brüder 23so woll zu Rohm seint ankommen vndt übrall so 24vill ehr empfangen haben, hoff, dise reis werde ihnen vill 25nuzen. Ich due mich hiermit in ewer Durchlaucht beharlige 26gnade vnterdehnigst befehlen vnd werde sterben 27ewer Durchlaucht 28ganz ergebenste trew gehorsamste 29dochter EMT 30Wien den 19 februarij 1682




