Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 26.02.1682

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vom 18ten dis hab mit schuldigstem respect 3empfangen. Erfrewet mich von herzen, dero guetten wollstandt zue 4vernemmen, der almechtige wolle sie verners darbey erhalten. Iezt 5rechne ich schon alle dag, bis ich die gnad werde haben, ewer Durchlaucht 6vnterdehnigst zue bedienen mit vnauschprechlichem verlangen. Was ewer 7Durchlaucht gnädigst verlanget, das ihr Mayestät, mein gnädigster Kaiser, zue Frankfort durch 8dero gesanten wegen deren von denen franzosen so vngerechte anschprach 9auf die landen im Gülichischen solle zueschprechen laßen, werden ihr Mayestät 10gahr gern duen, gott gebe, das es etwas effectiure. Der schaden, welcher 11das waßer gedahn, mues woll gahr groß gewesen sein, vnd ist es 12hier nit beßer zwgangen, in den es einem priuat cavalier 13allein über hundert heüser wekh gefürt. Vnd sie vermeinen, 14das allein in ihr Mayestät landen bey einer milion schaden 15hab gedan, gott gebe, das nit noch was üblerers erfolge. Vnser guetter 16Cardinal hatt auch die welt gesegned, der almechtige wolle seiner 17sehlen gnädich sein. Wie ich von ihr Mayestät vernimme, so hatt er ewer Durchlaucht 18zum ober executoren seines testaments gemacht. Ich wüntsche, 19das etliche guette legata möchten darinnen sein. Ich habe gleich den andern 20dag, als diese zeitung kommen, aus ihr Mayestät befehl den 21Nostiz zue mihr ruefen laßen vnd das negotium wegen meines


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22herrn brudern recomendirt, welcher sich ganz wilfährich vnd eifrich erzeiget. 23Ich merke aber woll, das er verlanget, allein die ehr von disem 24negotio zue haben vnd man es also ihme allein anuertrawen 25mues, weil er widrigen fals mehr darinen verhindern als nuzen 26dörfte. Er wirt aber auf diese weis sein eüserist anwenden, 27vnd hoffe ich gänzlich, es werde einen gelüklichen ausgang 28nemmen. Er hatt sich auch anerbotten, zue der wahl selbsten 29hin zue reisen, vermeind aber, es seye guett, das man noch niks 30daruon melde, das er wurde hin gehn, bis er es vohr dienlich 31wurde finden. Er verlangt alsdan, das ewer Durchlaucht den Schellerer 32mit ihm in dero nahmen solten schiken, welchen er schon an- 33leitung geben wurde, wie er sich solle verhalten, dieses aber 34auch erst zur wall. Im übrichen wegen deßen, was darzue 35wirt erfordert werden, werden ewer Durchlaucht durch den Schellerer meine 36wehnigste vnterdehnigste meinung vernemmen, mit welchem ich ewer 37Durchlaucht nit lenger aufhalten will. Ich will ewer Durchlaucht von post 38zue post schon berichten, was hierinnen negotirt wirt, welcher 39mich der Nostiz alles informiren wirt laßen durch den 40Schellerer. Ich werde gewis an meinem fleis niks ermanglen 41laßen vnd wurde woll ein große freüd haben, wan ewer Durchlaucht 42vnd mein herr brueder hierinfals wurde können dienen, varin 43ich mit der hilf gottes nit zweiflen will. Ich due mich


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44hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, die ich sterben 45werde 46ewer Durchlaucht 47ganzergebenste trewgehorsamste 48dochter 49EMT 50Wien den 26 februarij 168251Postscriptum Der Egelhoff hatt mich durch ein schreiben ersuecht, seinen sohn, welcher bey ewer Durchlaucht, 52der vnterdehnigst zue recommendiren zue einer nechstfallenden pfleg, welchs 53ich ihm in ansehung seiner muetter selig nit abschlagen können. 54Steht alles zue ewer Durchlaucht gnädigstem befehl.