Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 05.03.1682

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ewer Durchlaucht erzeigen mihr gahr zue vill gnade in dero gnädigstem schreiben vom 320ten passato, in dem sie sich so sorchfältich erzeigen wegen meiner 4gesundtheit vnd der kinder vnd auch ein verlangen, mihr wider 5mit dero gegenwart zue erfreüen. Ewer Durchlaucht werden schon 6aus meinem gehorsamsten bericht vom 19ten passato ihr 7Mayestät, meines gnädigsten Kaisers, verlangen vnd mein vnterdehnigstes bitten vmb das 8gnädigst ersehen haben. Iezt reite ich schon fleisich, bis der glüksehlige dag komen 9wirt. Gott erhalte ewer Durchlaucht nuhr in guettem wohlstandt, wie 10ich mit freüden aus dero schreiben vernommen, das sie sich 11aniezo befinden. Die dag seind mihr hier in großen sorgen 12geweßen wegen des Herzog von Lottringen, welcher gahr krankh 13ist. Gestren ist zwar ein wehnig beßer geweßen, heünd 14hatt er aber widerumb große schmerzen vnd ein gewiser 15doctor will ihn alleweil purgiren. Vnsere doctor seint 16all derwider, die Kaiserin will aber, das man soll duen, 17was der will. Das gestrige einemmen haben vnsere zwar 18aprobirt, ist nuhr gahr gering gewesen vnd ihm woll 19bekommen. Heünt aber hatt man ihm ein sterkers geben 20vnd hatt niks opperirt vnd hatt noch große schmerzen 21vnd zimlige starke hiz. Die arme Königin ist grob


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22schwanger vnd wis niks daruon. Es ist mihr recht angst darbey, 23bey disen coniuncturen wehre es ein schlimme sach, gott 24erhalt in. Heünt kan er zwar im bett bleiben, aber doch 25mit großen schmerzen, sonst ist er seider dem sontag in 26seßel geseßen. Es ist etwas wie ein seitenstechen, doch nit 27recht, vnd er ist gahr dastich. Der Wenzel von Altheim 28ist auch doht krankh gewesen, das alle gemeint, er werd 29sterben, ist aber widerumb beßer vnd wirt in wehnich 30dagen hoffentlich reisen können. Er ist auch so gehling krankh 31worden. Die Kaiserin ist gestren vnd heünd wider 32aufgestanden, ist wider woll auf. Sie hatt woll auch 33große ängsten vnd bedrüebnus wegen des Herzogs. 34Wegen des Castell, werden ihr Mayestät ihm die pension geben, 35haben auch in reguard seiner seinem bruedren ein regi- 36ment geben. Wegen der pension aber verlangen ihr Mayestät, 37das ganz in secreto bleib vnd also ewer Durchlaucht mitt 38ihm Castell aiustiren, wem es ihr Mayestät solten geben laßen, 39damit es heimlich bleibe vnd er es sicher empfangen 40möge. In der preslauischen sach werden ewer Durchlaucht vom Schellerer 41gnädigst vernemmen, was der Nostiz verlanget in ein vnd 42andren vnd seine vohrschläch, welche mihr alle gahr woll 43gefallen. Gott geb sein gnad, das alles woll möge abgehn,


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44welches mihr woll ein grose freüd wehre. Weil heünd so gahr 45ein schöner dag, im felt aber vnd auch sonsten so dief 46vnd die Wien auch so angeloffen, das mihr nit ein- 47mahl auf Schönbrun haben können, so seint mihr heüt 48ein wehnich in die Fauorite gefahren, dan in ihr Mayestät 49großen garten kan man noch nit gehn wegen des greüligen 50weichen. Also ist ein wehnich schpaht worden, mus also 51enden vnd mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 52befehlen, die ich sterben werd 53ewer Durchlaucht 54ganzergebenste trewgehorsamste 55dochter EMT 56Wien den 5ten merz 1681 57So gleich bekom ewer Durchlaucht gnädiges schreiben 58vom 27, kan aber heüt nit 59möglich mer antworten. Mit nechster post werd alles 60ersezen.