Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 14.10.1682
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Mit der gelegenheit, das der Grav Petting hinauf reiset, 3hab ich nit vnterlaßen wollen, meine schuldichkeit durch 4diese zeilen abzulegen in hoffnung, das ewer Durchlaucht sich 5annoch in guettem wollstandt befinden werden vnd 6dero reis gelükhlich vohrtsezen. Sage auch bey nebens 7ewer Durchlaucht schuldigsten dank vohr dero gnädiges schreiben durch den 8Genger . Ich kan niemahlen verdienen die alzue gnädigen bezeigungen, 9so mihr ewer Durchlaucht erweisen wollen. Ich habe auch, nach demme 10ihr Mayestät, mein gnädigster liebster Kaiser vnd herr, dem Grafen von Pötting 11comission an den herrn Bischoffen zue Baßau erteilet, meinen 12herrn brudern Liebden betrefendt, vnd in deme ich versichert bin der 13trew vnd deuotion, so gedachter Bischoff allezeit gegen 14ihr Mayestät gedragen, wie auch der affection, so er allezeit 15gegen ewer Durchlaucht vndt vnser ganzes haus erzeiget, also zweifle 16ich nicht, das er an deme, was ihm sein brueder 17vohrdragen wirt, ihr Mayestät intention wirt secondiren. 18Ewer Durchlaucht können ihn in meinem nahmen versichern,
19das ich es allezeit gegen ihn vnd die seinige werde 20suechen zue erkennen. Sein brueder hatt mihr versichert, 21das er es ihme auch auf das eiferigste wolle 22representiren, also verhoffe balt ein guette post 23disfals zue vernemmen. Heündt seint mihr etwas 24schpaht dahier ankommen, dan wir vnterwegens gehezt, also 25hoffe ich, ewer Durchlaucht werden mihr gnädigst vergeben, das 26nit lenger schreibe. Due mich ewer Durchlaucht befehlen vnd 27werde sterben 28ewer Durchlaucht 29ganzergebenst trew gehorsamste 30dochter 31EMT 32Wien den 14ten oktober 168233Ich bin woll von herzen froh, das der 34cattar die 40 dag nit gehalten, gott geb weiters sein genad. 35Ich kan mich noch gahr nit in ewer Durchlaucht abweesenheit finden.




