Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 29.10.1682

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich hab beyde ewer Durchlaucht gnädigste schreiben vom 19ten durch den Altheim vnd 20ten 3dis nach den Petting mit schuldichstem respect erhalten. Frewt mich 4von herzen, dero guetten wohlstandt zue vernemmen vndt das dero 5reis glükhlich von statt geht. Das ewer Durchlaucht mit des von Altheim bedienung 6gnädigst woll zue friden, frewt mich, wünschte das ich soliches persönlich hätte 7verrichten können. Ewer Durchlaucht sein so gnädig, das sie diese schlechte bedienung so gnädig 8aufgenommen. Ich kan mich noch nit drein finden in dise abweßenheit. 9Das der Bischoff von Bassaw sich so woll erklert hatt, frewt mich 10von herzen, ihr Mayestät auch, sie vermeinen aber, weil die sach in guetten standt 11vnd die preßlawische sach iezt in crisis ist, wie ewer Durchlaucht vom Schellerer 12vnd meinem brudern Wolfgang selber von Rohm werden vernommen haben, so 13sollen mihr iest mit disem in so weit still sein, bis die preßlawische 14einen ausgang nimt oder man verners siht wie es geht. Vnterdeßen 15aber könne nit schaden, wan ewer Durchlaucht durch den Bischoff vnd sunsten 16sotto mono der baßawischen capitulares suchten zue versicheren, 17damit es nachmahlen desto leichter zue richten wehre. Wegen des 18Petting seinem sohn will ich ihr Mayestät mit gelegenheit suechen 19vohrzuebringen vnd vermeine nit, das ihr Mayestät vill bedenken darin 20haben werden, insonderheit weil es die gemüeter des Bischofs vnd seines


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21bruedern mehere zue ihr Mayestät dienst zue incoragiren. Ihr Mayestät 22haben mihr auch gnädigst befohlen, ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue berichten, das sie 23in ansehung, das der Deütsch Meister ihr Mayestät intention mit der 24coadiutoria meines brudern Ludwig befördert vnd ewer Durchlaucht bey 25deroselben durch mich disfals ansuechung gedahn, ihme das oberambt 26gnädigst conferiren wollen und seine güetter in Schlesin auf 27sein leben lang zum fürstenstant erheben, solliche aber noch- 28gehens widerumb in vohrigen stand sollen gesezt werden, er Deütsch- 29meister auch hiermit die übrigen pretensiones fallen 30laßen, welches er sich zwar schon anerbotten vnd die höchste 31billichkeit ist. Also können ewer Durchlaucht ihme Deütschmeister dießes 32erinnern. Ich zweifle nit, das ihr Mayestät woll mitt ihme 33werden bedient sein, welches gott verleyen wolle, das sie lang 34mögen genießen. Den armen Doctor Hueber hab verlohren, 35ist mihr woll leidt, gott woll ihm genedich sein. 36Sein weib ist auch an selbiger krankheit gestorben 37vnd alle leüt im haus krankh gewesen. Ich due mich 38ewer Durchlaucht hiermit vnterdehnigst befehlen, werde sterben 39ewer Durchlaucht 40vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 41EMT 42Wien den 29ten octobris 1682