Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 11.11.1682

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger herz allerliebster herr vatter 2Ich kan ewer Durchlaucht nit genuechsammen vnterdehnigsten dankh 3erstatten vohr die große vohrsorg, so sie vohr mich 4dragen wegen des verlust des Doktor Huebers sehligen . Ich gesteh, 5das ich selber imbroglirt bin. Der Doctor Melheim wer 6woll ein man, aber wegen der religion ist nit 7darauf zue gedenken. Der Schorn hatt auch seine 8absez, das weinel, das er gahr niks von der chimia 9versteht, auch mein natur wehnich oder gahr niks 10kendt. Leztens, das die arme Erzherzogin gahr keinen 11hatt, welchem sie sich in disem standt, in 12wellichem sie sich befindt, vertrawen kundte, 13dan auf den Mellem ist wegen der religion nit 14zue trawen. Vnter den hiesigen ist dem Beker zum 15meisten mein natur bekant, das er weis, was ich 16allezeit gebraucht in guetter vnd bößer kindelbett, 17auch mihr die zeit, das Doctor Hueber zue Lins geweßen, 18woll gedient vnd niks als des Doctor Hueber seine 19sachen gebraucht. Ist auch mit ihm woll aus kommen,


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20so woll in der ruer als bey des Josephl seinem fieber. 21Dah hatt er mit dem Doctor Hueber allein verhindert, das 22man in nit purgirt hatt, dan der Jordan selig wahr 23schon selbigs mahl ganz kindisch zue Edenburg . 24Hat auch des Doctor Hueber magen pillen vnd elexir ihr Mayestät 25geben, welches kein andrer nie zue laßen wollen, 26aber selbigs mahl wahr er allein. Auch iezt nach des 27Doctor Hueber doht haben ihr Mayesät ein cattar bekommen 28vnd ein zimlich starke alteration, so hatt er 29mit mihr allein ihr Mayestät in perse vnser edel- 30gestein puluer eingeben, welches ihr Mayestät gleich 31geholfen. Hingegen, ist wahr, versteht er auch die 32chimia nicht, dises aber der Illmaier . So wehre 33meine meinung, ich wollte vnterdessen des Bekers 34mich gebrauchen vnd dem Ilmaier des Doctor Huebers 35chimische schriften vnd recept geben, damit es er 36selbige einrichte, vnd mich seiner neben des Bekers 37bedienen, dan es ist balt einer krankh oder nit in 38gegenwart, das dan ein anderer gleichwoll wehre, 39der einwehnich wust den metodum mitt mihr vmb


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40zue gehn. Ich bitt ewer Durchlaucht vnterdehnigst, sie wollen dises mit ihr 41Durchlaucht fraw mutter gnädigst vberlegen. Gefalt ewer Durchlaucht diser vohrschlag, 42so wollen sie mihr es gleichfals einrahten, aber 43niks von disem brief melden, damit ichs ihr Mayestät könne leßen laßen, woh nit, so erwarte 44durch disen weg dero gnädigsten befehl. Was anlanget den doht des 45Hueber, so ist er nuhr gahr naturlich geweßen, dan alles 46in haus krankh worden vnd die rechten petetchen 47gehabt. Förcht woll, es sey auch die wartung nit gahr 48zue gutt geweßen, dan zue der krankheit haben vnsere 49doctor nit derfen gehn, vnd ob die in der statt es 50genueg verstanden, steht dahin. Sein weib seelige wahr selber 51krankh, das nit auf in hatt achtung geben. Was ewer Durchlaucht 52gnädigst melden wollen von der bewusten sach, ist es schon zwar 53lengst vnd guett refferirt worden, dersider ist es 54aber wegen krankheit des Bischoff etwas steken blieben. 55Heündt haben sie widerumb sollen zuesammen kommen, 56ich vermein, es wurd nit übel sein, wan ewer Durchlaucht 57mihr etwas der gleichen zue exitirung der beschleünigung 58dißer sach in einem schreiben meldeten, welches 59ich kunte gehörigs sachen gehöriger orten zeigen. Der prister


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60ist eifrich vnd erlich, ich wünschte aber, das er ewer Durchlaucht 61in diesen sachen nit so klar schreibet. Es möcht 62einmahl ein brief verlohren wehre, das verdurb vns 63den ganzen handel. Ich vermein, diser weg wirt gahr 64gutt sein zu die brief zue bestellen, mit der post wirt 65er woll dismahl kurz vallen, dan mit diesem die 66zeit verfloßen. Befehl mich vnterdehnigst vnd ersterbe 67ewer Durchlaucht 68vnterdehnigste dochter 69EMT 70Wien den 11 novembris 1682