Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 11.04.1683

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vater 2Mit höchsten freüden hab ich aus dero gnädigem 3schreiben vom 19ten passato vernommen, das sich 4ewer Durchlaucht in guettem wohlstand befinden, 5gott gebe weiters sein genad. Was ewer Durchlaucht 6gnädigst melden in der portugesischen sach, ob die 7expedition an Justi nuh vortgehn solte 8oder ob ein andere ahn ihn künte 9veruertiget werden, so werden ihr Mayestät 10dero gnädigste meinung noch mit dem Bonuisi 11vberlegen laßen vndt es mit nechstem 12ewer Durchlaucht können bericht werden. In Schpanien, 13Napoli, Holland vnd dem Grana haben 14ihr Mayestät schon geschrieben, erwarten die antwort 15vnd werden allezeit verners gerne bestens 16cooperiren. Ich vermein auch woll, die 17schpanien werden etwas duen, dan es ihr groß


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18interesse selbsten ist. In dem preßlawischen 19werkh steht iezt zue erwarten des Bischoff 20von Vlmiz sein antwort, darnach ihr Mayestät 21sich nachgehns verners zue richten haben. 22Wegen Beyern merkt man noch gahr nit, 23das der Kuhrfürst wehre auf einige weis 24noch zumb heiraten inclinire vnd noch 25vill wehniger wohin. Also das meines 26erachtens ihr Mayestät sich nit gern impegniren 27werden vohr meine schwestern, dan es auch vohr 28selbige ein slechte ehr sein wurde, wan 29man kunte sagen, der Kaiser hett sie dem 30Kuhrfürsten angedragen vnd er hett sie nit 31haben mögen, vnd ihr Mayestät sich auch nit gern 32in gefahr sezen wurde, das er eine solt 33potiren, wan er nit solt reusciren, dan die 34ienige, so es hernacher werden würde, ihr Mayestät 35vnd vnsren beyden heüßern desto schlimere 36dienst duen wurde. Ich will aber mit


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37ihr Mayestät daruon reden. Im übrigen were es freilich 38schlimmer als zuefohr, wan sie den Schmit 39vnd seinen anhang widerumb einfliken solten, 40vnd werden ihr Mayestät woll doch wehren, so vill 41sie werden können. Den Öting anbelangent, 42wan auch der Königsekh solte wekh kommen, 43seint mihr nit sicher bey diesem Kuhrfürsten, 44ihn zue erhalten. Mein vnterdehnigste meinung aber 45wegen des anteutungs schreiben werden ewer Durchlaucht 46vom Stratman gnädigst vernommen haben. 47Dah werde ich, was ewer Durchlaucht verners gnädigst befehlen 48werden, meiner schuldichkeit gemeß blind gehor- 49sammen. Ewer Durchlaucht werden schon gnädigst vernommen haben, 50das der Rosenberg ist Kammerpresident worden, 51ich hoffe, ihr Mayestät werden woll mit ihme 52bedient sein, gott gebe, das die andren auch 53mit so guetten subiectis besezet werden mögen. 54Den Stratman loben sie hier vill, ihr Mayestät


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55kennen ihn auch selbsten, also hab ich hierin niks 56zue sagen, dan man mich vohr parteis halten 57wurde. Ihr Mayestät seint aber so hocherleücht, 58das sie ohne zweifel das beste subiectum 59ausklauben werden: Ich werd woll ein 60vnerhörte freüdt haben, meine brüeder 61hir zue sehen, ich kan es vast nit erwarten. 62Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst 63befehlen, die ich sterben werde 64ewer Durchlaucht 65Wien den 11 april 168366ganz ergebenste trew gehorsamste 67dochter 68EMT