Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 02.05.1683

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

72 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich weis gahr nimmer, was ich vohr vnterdehnigste genuech- 3samme abitt leisten kan, das ich so lang meine 4schuldichkeit verabsaumbt hab vnd ewer Durchlaucht mit 5meinen vnterdehnigsten schreiben nit bedienet hab. Ist 6izt mit der reis, der ankunft des Kurfürsten 7vnd heiligen feierdagen vnd karwochen schuldich dran, 8das ich auch nuhr heünt kurz ewer Durchlaucht 9vnterdehnigst bedienen mueß. Hoff allein auf dero 10große güette, mihr diese feler gnädigst zue vergeben, 11nach zurukonft vom rendeuous wirt alles 12ersezt werden. Bericht ewer Durchlaucht vnterdehnigst, daß 13mein herr bruder Ludwich Liebden heunt frue hir 14gelükhlich ist angelangt vnd befind sich 15gottlob woll auf. Morgen wirt er auf Wien, 16der Kaiserin ein compliment machen vnd 17so dan zue seinem regiment. Wegen der


72 v
Faksimile

18kur pfälzischen sach werden ihr Mayestät so balt 19möglich antworten. Es ist halt izt auf die 20reis, vnd der rendeuous wirt eben am postdag 21sein, also wirts woll hart her gehn, 22ihr Mayestät werden aber das mögligste duen. 23Es ist auch eben iezt der Cauniz bey mihr 24geweßen vnd hat ewer Durchlaucht gnädiges schreiben vberantwort, 25weil aber heündt die zeit so kurz, 26werd ich mit nechstem alles zum fleisigsten 27beantworten. Due mich hirmit in ewer Durchlaucht 28gnade vnterdehnigst befehlen, werde sterben 29ewer Durchlaucht 30ganzergebenste trew 31gehorsamste dochter 32EMT 33Laxenburg den 2ten maij34Zue dem gestrigen glüksihligen 35dag due ich ewer Durchlaucht aus 36trew kintligen herzen von gott deren vnzahlbar 37vill volgende mit allen glukhsehlichkeiten vnterdehnigst 38anwüntschen.