Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 06.06.1683
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich hette verhofft, mit dießer gelegenheit ewer Durchlaucht 3der 3 kranken brüeder Liebden beßerung vnterdehnigst zue 4berichten, vmb welches man woll alle zeitlige 5vnd geistlige mittel angewendet vnd alles 6gott gebetten hatt. Gott hatt aber anderst dispo- 7niren wollen, so müeßen es halt von seiner 8hand anemmen vnd vns mit dem trösten, 9das mein lieber bruder sehlig an einem beßern 10ort, als wan er annoch in diser elenden 11welt wehre, dan er ein heiliges end genommen. 12Gott wolle ihm genedig sein, wie wohl ich 13kreftig hoffe vnd glaube, das er schon der ewigen 14freüden genießet. Ewer Durchlaucht generoses gemüet wirt 15diesen harten vall hoffentlich also überdragen, 16das dero gesundtheit darbey nit leiden wirt, welchs 17bey vns, dero vnterdehnigsten kindern, den schmerzen dises
18großen verlust verdopplen wurde, der almechtige 19wolle ewer Durchlaucht gnädig beistehn, gleich er mihr schein- 20bar beygestanden, das ich es durch seine gnade also 21überdragen können, das mihr hoffentlich nit schaden 22wirt. Die andren zwei brüeder ist der eine, 23als bruder Franz, ganz gesund, der andere auch 24schon aus aller gefahr, gott wolle ihnen weiters 25beistehn, so verhoff sie balt zue sehn. Due 26mich anbey in ewer Durchlaucht beharrliche gnade vnterdehnigst befehlen, 27die ich sterben werde 28ewer Durchlaucht 29ganzergebenste trewgehor- 30samste dochter 31EMT 32Laxenburg den 6ten junij 1683



