Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 24.06.1683
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Mitt gröster consolation hab ich aus dero gnädigem schreiben 3vernommen, das sie sich in guettem wohlstandt befinden, 4der almechtige geb weiters sein genad vnd erhalte 5ewer Durchlaucht beyde in bestendigstem wohlergehn. 6Ich bin woll nit werdt, das ewer Durchlaucht so vill genedichkeit 7vohr mich dragen vnd sorchfältig wegen meiner sein, 8wolte gott, das ich ewer Durchlaucht nuhr in etwan vnterdehnigst 9bedienen könte, wie ich es ihm herzen verlange. 10Wegen der preßlawischen sach hoffe ich zue gott 11einen glükhligen ausgang, das gott gnädig verleyen wolle. 12Widrigen vals würden ihr Mayestät auch wegen Paßaw 13gahr gern möglist cooperiren. Der termin ist jezt 14nahet vnd wirt balt sich zeigen, darnach kan 15man sich auch wegen des andren richten. 16Wegen Portugal werden ihr Mayestät heüt nechsten 17ewer Durchlaucht antworten, ob schon die heütigen brief etwas
18schpaht kommen. Es haben aber ihr Mayestät vnd alle 19annoch nit vohr rahtsamb befunden, das mein 20bruder selbsten einige reis vohrnemmen soll, 21woll aber, das iemandt möge geschikt werden, 22dieses werkh zue negotiren. Ihr Mayestät werden 23schon alles weitleufig schreiben. Gott gebe ein guetten 24schluß in der pfälzischen sach. Wan es noch darbey 25bleiben solt, das bruder Carl noch nit in Portugal 26oder Schpanien einige reis vohrnemmen solt, wie alle 27vermeinen, das es nit rahtsamb sey, so werden ewer Durchlaucht 28verners gnädig befehlen, ob er nit etwan vnterdeßen 29auf ein zeit zue der armée solte, dort etwas 30zue sehn, welches ihm auch, wan er solt in Por- 31tugal kommen, nit vntauglich vnd auch glorios 32sein möchte, das er von der armée dise reis 33antrettete. Der Stratman wirt ewer Durchlaucht hierin 34weitleüfiger berichten. Erwarte dero gnädigen befehl, 35vnd weil es schon zimlich schpaht, also mus




