Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Linz am 20.09.1683
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Weil mein bruder Franz Liebden widerumb zue ewer Durchlaucht 3reyset, hab ich nit vnterlaßen wollen, mich durch 4dise zeilen in ewer Durchlaucht gnaden vnterdehnigst zue befehlen, 5verhoffent, sie werden sich in guettem wohlstand 6finden. Er wirt ewer Durchlaucht alles berichten, wie es mit 7Preßlaw ist. Seine hoffstatt anbelangent werde, 8so balt ihr Mayestät wider zueruckh kommen, welchs 9hoffentlich übermorgen geschen wirt, von ihnen ihr in- 10tention vernemmen vnd so dan alsobalt ewer 11Durchlaucht mit negster post vnterdehnigst berichten. Der Scheller 12geht vnterdeßen auf Preßlau, damit die possesion 13nit versaumet werde. Vermeine nit, das vonöten 14sein wirt, das mein bruder selber hin geh, 15doch steht alles in ewer Durchlaucht gnädigem belieben. Damit 16ich kein fils bekom, das zue vill schreiben due,
17due ich mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen, 18die ich sterben werde 19ewer Durchlaucht 20vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 21EMT 22Lins den 20ten septembris 168323Die Palfin vnd Hamilton schreiben mihr, das sie so vill 24gnaden von ewer Durchlaucht empfangen, sag ewer Durchlaucht darfohr 25vnterdehnigsten dankh, seint arme bedrüebte weiber. Izt 26weis ich erst, wie ihnen ist, weil ich mein Kaiser 27nit hier hab. Der Schpiring hatt mich auch gebetten, ihn 28bey ewer Durchlaucht vnterdehnigst zue recommendiren, das er möge den 29titul eins geheimen raht bekommen. Bitt, ewer Durchlaucht wollen mihr 30gnädig diese küenheit vergeben, weil er mich gebetten, hab es 31ihm nit woll abschlagen können. Ewer Durchlaucht werden duen, was ihr 32conuenienz ist.


