Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 28.09.1684

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Mit großen freüden hab aus dero gnädigem schreiben ersehen, 3das ewer Durchlaucht sich in guttem wohlstant befinden wie auch, dass4ihr Durchlaucht, mein geliebste fraw mutter, widerumb haben aus fahren können. Hoffe die 5anmahnungen der schmerzen sollen auch balt vollich 6vergehen. Das die beden brüder balt herunter werden kommen, 7freüet mich, vnd wan bruder Fridrich gleich noch nirgent 8geweßen, werden ihr Mayestät schon seine fehler durch dero 9güette übergeben vnd seiner iugent zue schreiben. Wegen 10bruder Franz freüet mich absonderlich zue vernemmen, 11das er soliche guete principia hat, welche ich auf 12alleweis von herzen secondiren werde. Wegen der 13leüt werden ewer Durchlaucht schon aus meinem vohrigen 14gnädigst vernommen haben, das nit allein keiner aufge- 15nommen, sondern sich keiner angemelt als der Schedliz 16zum Iägermeister, welchen ich von allen sehr rüemen 17höre, vnd weil er doch einen haben mues, wurde er 18ihme die liebe des land gewinnen, wan er leüt aus


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19aus demselben mit diesen diesen begnadet. Bitt vnterdehnigst 20vmb vergebung, das den Arco abgefertigt, eh ichs bey 21ewer Durchlaucht vnterdehnigst angefracht. Ich bin woll versichert gewesen, 22das ewer Durchlaucht in auf keine weis bey meinem 23bruderen haben mögen, weil er sachen gedahn so offentlich, 24welche sich ganz nit zue einem geistligen hoff 25reimen. Sonst hab von keinem gehört, der verlangt Stall- 26meister zue sein, von keinem Kanzler auch hab 27niks gehört vnd braucht er keinen, dan er sich 28des bistumbs Kanzler zue bedienen hatt. Wan 29er wirt kommen, werd von allem beßer mit im 30reden vnd gewis mich niemahlen vnterstehn 31etwas zue duen, ohne ewer Durchlaucht gnädigsten befehl darüber 32zue vernemmen, welches alzuegroße vermeßen- 33heit von mihr wehre, daruohr mich gott behütten 34wolle. Des Giusti sein schreiben hab ich ihr Mayestät 35gezeigt. Was die Erzherzogin angeht, haben ihr Mayestät 36kein intention dahin vnd werden wegen meiner schwester 37einer wider in Schpanien schreiben, wie sie dan schon 38öffters gedahn haben, damit dem von Auila die sach 39mit mehrerm befohlen werde. Wegen Heidelberg


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40werden ihr Mayestät ewer Durchlaucht die antwort so woll wegen des 41projects als auch deß andren überschiken, ist niemant 42als denen, so vorhero dis werk consultirt, comunicirt worden. 43Due mich hiermit vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade befehlen, 44die ich sterben werde 45ewer Durchlaucht 46vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 47EMT 48Wien den 28ten septembris 1684