Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 20.09.1684

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in guettem wohlstant 3befinden, welches mich über alles erfrewen wirt 4zue vernemmen, vndt das sie einen guetten schpas 5in der Grüenaw gehabt haben. Hier seint ihr 6Mayestät woll etlich mahl aus, haben aber nit vill 7gericht, weil das wilpret vnd die hirsch gahr 8schiech, auch vill wek geschoßen worden vnd was 9übrich blieben, das merist sich über die Donau 10vnd in die walder retirirt. Haben 5 geschoßen, 11morgen werden sie auf heier das lezte mahl 12aus gehn. Haben auch dise dag den Obristiäger- 13meister Grav Kiuenhiller verlohren, ist woll schad 14vmb ihn, dan er ein große lieb zue ihr Mayestät 15gehabt vnd wohl kein müe geschpart, ihnen ein schpas 16zue machen, auch die iägerei wohl verstanden, gott 17sei ihm genedig. Von Offen ist dersider niks kommen 18als das noch alles im vohrigen standt, der almechtige


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19wolle seyn gnad verleyen, das balt ein guette 20zeitung von dort mögen hören. Der Cuhrfürst ist dort 21ankommen vnd die caualerie wirt izt auch schon 22vnten sein. Ich hab noch mit niemant reden können, 23weil noch beim profoßen siz, aber konftigen 24montag wilsgott habens mihr erlaubt herführ 25zu gehn, dan werde mit dem Schellerer vnd 26Gall wegen meines brudren reden. Dem Strattman 27ist zwar das fieber ausblieben, aber dise dag hat er28wider ein anstoß gehabt, ist izt nit gutt, das 29er krankh, dan der Bischoff auch nit kan herein kommen, 30so bleiben vill sachen steken. Der Kinisekh hatt 31auch die quartana, hier gehn die fieber starkh 32herumb. Gott geb sein gnad vnd erhalte 33ewer Durchlaucht bede gesunt, so wer ich glükhsehlich sein, 34als die ich sterben werde 35ewer Durchlaucht 36vnterdehnigste trewgehorsamste 37dochter 38EMT 39Wien den 20ten septembris 1684