Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 04.01.1685

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr vatter 2Dero bede gnädige geschreiben vom 21 passato vnd 22ten hab 3mit schuldichstem respect erbrochen. Frewt mich woll von 4herzen, ewer Durchlaucht guetten wohlstandt zue vernemmen vnd 5das ewer Durchlaucht einige vergnüegung gehabt ab der gnade, die 6ihr Mayestät meinem bruedern, dem Bischoffen, haben erzeigen 7wollen wegen des oberambts . Es ist freilig vonöten, 8das er balt einen guetten hoffmeister habe, ewer Durchlaucht 9werden aus meinem lezstern beden schreiben gnädigst vernomen 10haben, wie disachen stehn vnd was vohr subiecta dah 11sein, erwarte noch mehrere information. Sag ewer Durchlaucht schuldigsten 12dankh vohr die guette wüntsch, so sie zue des Cauniz 13negotiation duen wollen, ich hoffe zue gott, es werde 14vill guetts draus folgen. Dem Cauniz werde auch 15gahr gern in vohrfallenden gelegenheiten ihr Mayestät vnterdehnigst 16recomendiren, bin aber versichert, das ihr Mayestät selbsten 17bedacht werden sein, seine trewe dienst zu recompen- 18siren. Was Polen anbelangt, so hatt er zwar sollen


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19heraus kommen, die leztere brief aber vom Graven Wallenstein 20melden, das er jezt nit werde kommen, sondern erst nach 21dem reichsdag . Es wehre freilig guett, wan man ihn 22gewinnen könte, aber ist gefahr dabey, sich zu prostituiren, 23dan ich gehört, das schon einmahl von meinen schwestern geret 24worden vnd der König so woll als die Königin gahr 25keinen lust darzue gezeigt hetten. Also wan niks draus 26solt werden vnd man ein negotium draus machen solt, 27möchte es disreputirlich fallen. Zuedem, höre ich, sey 28er ein schlechts figurl, gahr weibisch vnd nit alzuegroßer29capacitet, das also nit so gahr sicher, das er nit 30etwan bey der wahl möchte preterirt werden. Der 31Cuhrfürst hatt gemelt, er möge nit, das sein schwester 32ein polnischen edelman haben soll, vnd ich glaub, die 33von vnsern hauß werden Beyern in adel nit weichen. 34Also weil er noch iezt nit herkumbt, mein ich 35ohne vnterdehnigste maßgebeung, sey sich in der sach nit 36zue übereilen vnd könnens ewer Durchlaucht vnterdeßen 37mitt mererem überlegen. Ich bin gewis, das ihr Mayestät 38gahr gern darbey werden duen, was sie werden können,


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39steht aber dahin, ob es etwas effectuiren wurde, dan die 40Königin ist halt ein französin vnd vermach gahr vill. 41Die pfalzische expedition wirt entweder heüt oder lengstes 42könftigen sontag ablaufen. Vohr ein pahr dagen hatt man 43hier in der ganzen statt gesagt, er sey schon doht, 44ich glaubs aber nit, dan mihr hetten schon curier. 45Due mich hiermit in ewer Durchlaucht gnade vnterdehigst befehlen vnd 46werde sterben 47ewer Durchlaucht 48vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 49EMT 50Wien den 4ten januar des iahrs 1685