Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 23.08.1685

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herz allerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in guettem wohlstandt 3befinden, welches mich über alles erfreüen wirt zue 4vernemmen. Bericht ewer Durchlaucht vnterdehnigst, das mein brueder 5gestren das fieber widerumb 8 oder 9 stundt gehabt. Heünt 6hatt er etwas mit erlaubnis zum laxiren eingenommen vnd 7befindt sich gahr wohl darauf, müeßen erwarten wie 8es morgen kommen wirt. Er ist heünt so gutt, 9das er erlaubnus begert, morgen wider hinunter zue 10der armeé zue gehen, welches ihm ihr Mayestät aber abgeschlagen. 11Es ist zeitung kommen, das sich der feint gesamelt 12vnd bey Pest herüber gangen, deswegen dan der Cuhrfürst 13auch noch drunten bleibt, welcher schon reisfertig wahr 14herauf zue kommen. Also hatt dis mein bruedern auch 15das verlangen gemacht hinunter zue gehen, ewer Durchlaucht 16derfen aber nit sorgen, das es ihm ihr Mayestät erlauben 17werden, bis er völlich restituirt ist. VohrGestern ist 18der iunge Dietrichstein vom Leßle kommen vnd hat zeitung


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19bracht, das sie dorten die brukh auf 1100 schritt abgebrent, 20zue Oßek die statt überumpelt, außgeplündert 21vnd verbrendt, auch etlige türken nidergemacht, das 22schloß aber habens nit attaquirt, weil nit leüt genuech 23gehabt haben. Sonst gibt hier ganz niks zu berichten, 24der Fürst wirt ewer Durchlaucht alle relationes gedrukter 25schiken. Due mich vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade befehlen vnd 26werde sterben 27ewer Durchlaucht 28vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 29EMT 30Wien den 23ten august 1685