Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 06.10.1685
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, herzallerliebster herr vatter 2Ich kom abermahl vnterdehnigst vmb vergebung bitten, 3das dero gnädige schreiben nit beantworten due, der 4heüntige dag vnd gestrige abent ist schuldich daran. 5Ins könftige aber werde ich desto fleisiger sein, 6ewer Durchlaucht guette allein macht mich hoffen, sonst weis ich 7woll, das ich kein perdon verdiene. Es erfrewet 8mich von herzen, das ewer Durchlaucht woll aufsein, ich bin 9woll in sorgen geweßen, die entrevue mit Cuhr Meinz 10werde ewer Durchlaucht einige indisposition veruhrsachen, gott 11lob, das alles wider guett ist vnd hoffentlich 12vill guetts darmit geschen ist. Mein brueder 13Carl wirt iezt schon ankommen sein, ich bitt
14vnterdehnigst, mich bey ihr Durchlaucht, meiner geliebsten fraw mutter, vntterdehnigst15zue entschuldigen das nit schreib. Ist gahr zue schpaht, 16vnd bin gestern auch vmb 1 schlaffen gangen. Befehl mich 17vnterdehnigst vnd sterb 18ewer Durchlaucht 19vnterdehnigst trewgehorsamste dochter 20EMT 21Wien den 6ten octobris 1685


