Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 18.12.1685

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/9

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Nach dem mihr heündt vom iagen zuruckh kommen vnd 3zue der Kaiserin hinumb gangen, welche wegen eins 4geschwollenen wang vnd etwas alteration im bett ligt, 5habe ich mit großem leidt von meinem herrn brudern 6vernommen, das ewer Durchlaucht sich auf dero reis 7mit einem starken cattar incomodirt befinden. 8Hoffe zue gott, es werde widerumb beßer 9sein, warumb ich selbigen woll herzlich bitten due. 10Was ewer Durchlaucht mihr gnädigst befehlen, das sie auf gewiße 11puncta antwort verlangen, so werden ewer Durchlaucht 12auf deils derselben schon selbige empfangen 13haben. Die übrigen werde nit ermanglen, 14bey ihr Mayestät fleisig vnterdehnigst anzue mahnen vnd 15den Stratman anzuedreiben, das auf die 16übrigen auch balt erfolgen möge. Mein bruder


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17Carl wirt schon ankommen sein. Das ewer Durchlaucht 18ihn wollen auf Düßeldorf schiken, vermein 19ich nit, das vonöten sein wirt, in dem mein 20brueder mit der Erzherzogin gleich nach weinachten 21sein reis antretten wirt. Dan werden ihre gefahrlige 22wochen schon aus sein. Damit ich ewer Durchlaucht in dero 23cattar nit zue vill incomodire mit meinen 24schreiben, so due mich in dero gnade befehlen vnd bitt 25vnterdehnigst, ewer Durchlaucht wollen sich doch mit keinem schreiben 26bemühen, bis sie ganz von selbigem befreiet 27sein. Ich aber werde sterben 28ewer Durchlaucht 29vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 30EMT 31Wien den 18ten decembris 1685