Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Favorita am 01.07.1691
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Geheimes Hausarchiv, Korrespondenzakten 1147
11 julij 91 2Durchleüchtiger Cuhrfürst, herzallerliebster herr brueder 3Ich hab dero liebsts schreiben durch den Montauti woll 4empfangen, vnd hatt er mich sehr erfreüdt mit 5der erzelung dero bederseits zuefridenheit, 6der almechtige geb weiters sein gnad vnd 7das, was mihr alle verlangen. Dem Montanti werd 8gern alles gutts erweisen, woh sich die gelegenheit 9ereignen wirt. Des Herzochs von Florenz sein brief 10betreffendt, so bekenn ich dero Liebden recht heraus, das dis 11ein werkh, so soll vom heiligen geist kommen vnd 12sich gahr keine weiber drein mischen, vnd ist 13das gewißen gahr leicht beschwerdt. Ich kenn kein, 14also kan vohr keinen reden. Das weis ich woll, das
15weis ich woll, das ein ieder Papst, welcher ein padre 16comune è non partiale sein wirt vnd der 17kirchen woll wirt vohrstehn, ihr Mayestät lieb wirt sein, 18darzue der almechtige sein gnad verleyen wolle 19vnd der heilige geist die gemüeter erleüchten. Dero Liebden können 20sonst glauben, das ich mit höchster freüdt alles moglig 21dem lieben Grosherzoch, deßen dugendt mihr über alles 22gelobt wirt vnd ich vnausschprechlich estimire, zue 23lieb wolte duen, aber in einer so wichtigen sach, 24waruon der cristenheit besten dependirt, traw ich 25mich einmahl nit zue intriguiren. Tue mich hirmit 26dero Liebden befehlen, die ich sterben werde 27dero Liebden 28getrewste schwester 29Eleonora 30Wien Fauorit den 1ten julij 169131Ich bitt, dero Liebden entschuldigen mich bey meiner 32fraw schwegerin, das so wunderlich geschriben, ist schon gahr schpaht. 33Ich bin auch vergeßen, ihr Durchlaucht, vnser geliebsten fraw mutter, 34die büechel von dem fest, so auf ihr Mayestät geburzdag 35gehalten worden, zu überschiken, bitt, dero Liebden wollen sie mitt vnterdehnigster 36entschuldigung überliuern, seint auch vohr die brif ihr vnd fraw 37schwegrin.




