Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg an Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg, Düsseldorf am 12.07.1711

Österreichisches Staatsarchiv Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Staatenabteilung, Palatina 31, Fasz. 2

AusfertigungSchreiber

Hat aus EMTs Schreiben vom 27.06.1711 entnommen, dass sie denkt, es sei schon vor dem Tod des Kaisers (Joseph I.) ein Vergleich zwischen dem Großherzog (Cosimo III.) von Toskana und dem kaiserlichen Kriegskommissariat über seine diesjährige Kontribution geschlossen worden und deren Zahlung könne daher im gegenwärtigen Interregnum eingefordert werden. Da Marchese Guadagni und der Sekretär Landini nie auf die Beschwerden des Großherzogs eingegangen sind, würde dies jedoch dem Lehensrecht und den Satzungen des Reichs widersprechen. Die genannten kaiserlichen Minister in Mailand fordern die Zahlung der weder bewilligten noch verglichenen Kontributionen für dieses und sogar eine Vorauszahlung für das nächste Jahr. EMTs Liebe zur Gerechtigkeit wird sie bewegen, den Großherzog vor diesen unbegründeten Zumutungen zu beschützen. Zwar ist die Toskana reich, aber er hat in vier Jahren fast 300.000 Pistolen beigetragen und musste dafür Kredite zu acht, neun oder gar zehn Prozent Zinsen aufnehmen. Der Großherzog bittet nur, die Höhe der Kontributionen nach den Erträgen der Reichslehen, die er innehat, zu bemessen. Das gute Einverständnis zwischen ihm und dem Erzhaus immer mehr zu befestigen, liegt auch im Interesse König Karls III. JW bittet, die Bevollmächtigten, die für den König zur Kaiserwahl geschickt werden, anzuweisen, dass sie mit JW oder seinen Gesandten diese Angelegenheit besprechen sollen.

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