Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 16.05.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/2d

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit vnterdehnigstem respect dero gnädiges schreiben vom 38ten dis empfangen. Ist mihr wohl herzlich leidt, das 4daraus vernommen, das mein herr bruder, der Deütschmeister, 5widrumb mit einem fieber incomodirt ist, der 6almechtige verleye, das balt möge beßer werden. Die 7relation der medici hab noch nit geleßen, dan darbey mus 8ich hülf haben, der mirs explicirt, dan ich es nit versteh, ihr Mayestät, 9mein Kaiser, aber werden mihrs zue gnade duen. Mein herr bruder, der 10Bischoff, ist widerumb ganz woll auf, der Herzoch von 11Lottring aber hatt auch ein zimlich starks fieber gehabt. 12lezt ist ihm schon drey dag niks kommen, wan heünt niks 13kombt, so hoff ich, wert weiters niks sein. Heündt 14in der frue ist der Cauniz wider auf München, gott 15geb, das er etwas guets ausricht. Wan ewer Durchlaucht gnädigst 16gefellich wehre, den tractat, so sie mit Beyrn wegen 17Cöllen, Münster vnd den andren stätten gemacht haben,


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18hir her zue comuniciren, so kundt man mit mehrern 19nachdrukh, wan der Cuhrfürst wirt herkommen, darin 20negotiren können, wie ewer Durchlaucht der Hoffkanzler mit neheren 21wirt vnterdehnigst bericht haben. Hier ist das wetter iezt etlige 22dag gahr schön, haben auch gestren vnd heündt schöne reiger, 23auch gahr ein schön milan gefangen, deren es so wehnich 24gibt, das man offt in 8 dag nit einen sicht. Heündt 25ist der I begern gewesen, die hochzeit hatt könftigen 26sontag sein sollen. Weil mihr aber selbigen dag auf 27Wien müeßen wegen einer prozeßion vnd hoffen, auch 28zugleich dort selbigen dag das tedeum wegen Stuel- 29weißenburg zue halten, am montag wider heraus komen 30vnd am erchtag ihr Mayestät einnemmen, so wirt die 31hochzeit erst am mitwoch werden, aber sie werden 32darnach gleich in Behmen miteinander vereisen, 33wan sonst kein verhindernus ist. So kan mein herr bruder, 34Carl sicher zue campagne kommen. Mein schwester, 35die Königin, schreibt mihr in dem lesten schreiben, als 36solte wider ein hoffnung sein wegen der Infantin . 37Mich wundert, wan mein schwester dem König Prinzen 38bringt, wie ich nit zweifle, das sies wolten meim brudern 39geben, weil er ein cadett ist vnd kein eigens land 40haben wirt. Der doht des Cuhrfürsten von Branden-


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41burg wirt auch vill verendrungen machen, jezt wirt 42villeicht die sach mit der Markgrauin leichter sein. 43Mit disem due ich mich vnterdehnigst in ewer Durchlaucht gnade 44befehlen vnd werde sterben 45ewer Durchlaucht 46Laxenburg den 16ten maij 168847vnterdehnigst trewgehorsamste dochter EMT 48EMT


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