Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Laxenburg am 13.05.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster her vatter 2Ich hoff, daß dise vnterdehnigsten zeilen ewer Durchlaucht in guetten 3wohlstandt finden werden, welches mich über alles 4erfreien wirt zue vernemmen. Ich hab auch 5mein vnterdehnigste schuldichkeit eracht, weil ewer Durchlaucht 6in allen den vnserigen parte nemen, vnterdehnigst 7ewer Durchlaucht zue berichten, wie das bloß aus 8gottes güette vnd barmherzichkeit gestern 9abent von Stuelweißenburg der Sipi mit 10etligen türken von dort ankommen, welche 11den traktat der übergab selbiger statt schon 12geschloßen vnd bederseits vnterschriben, sie 13aber gleich den erlawern die ratiffication deßen


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14hier haben abholen wollen, welche auch auf das beldiste, 15noch heünt oder morgen, werden wider mit selbigem 16zue rukh geschikt werden. Die türken seint heünt 17auf Wien kommen, dan der Sipi auf der post vohrgeeilt, 18dise zeitung zue bringen. Wie er sagt, so ist der trac- 19tat mutatis mutandis wie zue Erla . 5000 sehlen 20sein noch darinnen, vnd auf 3 wochen hetten sie noch 21zue leben gehabt, gott sey in ewichkeit gebenedeit. 22In acht dagen hoff ich vnterdehnigst zue berichten, das vnsere 23schon eingezogen, dan bis dise wider zurukh reisen vnd 24die zeitung wider herkombt, wirt es woll die zeit 25erforderen. Aus Türkej haben mihr auch noch zeitung, 26das noch alles in motu, gott gebe ferners sein gnad 27vnd gebe, das der Herzoch von Lottring nit recht krankh werde. Er 28hatt schon etlige dag starken magenweh, gestern hatt er 29eingenommen, heündt in der fruh, wie mihr sein 30ausgangen, hatt er vns über dise zeitung gratulirt, 31aber sich balt darauf wider legen müeßen, 32klagt ein große mattichkeit, gott behüet ihn, wurd 33sich bey diser campagne als steken. Heündt ist der 34Cauniz kommen, ihr Mayestät werden ihn gleich wider


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35hinauf schiken in allen disen negotien, vnd auch, das er 36mit dem Cuhrfürst soll herunter reisen, gott geb, 37das der erwünschte effect in allem möge erfolgen. 38Vnser beys geht zimlich schlecht. Es gibt so 39wehnig milan, das man in 10 mahl nit ein siht, 40die reiger vögel sein noch nit recht eingeflogen, 41vnd das wetter ist auch gahr vnbestendig. Mit 42disem due ich mich in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen 43vnd werde sterben 44ewer Durchlaucht 45vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 46EMT 47Laxenburg den 13ten maj 168848Jest gleich kombt die traurige zeitung des Cuhrfürsten von 49Brandenburg seines ablebens.