Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 25.04.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/6

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Fürst, herz allerliebster herr bruder 2Wie ich in sorgen bin wegen dero Liebden wohlstandt, 3kan ich nit sagen. Ich glaub halt kreftig, 4was ich hir alleweil gesacht, nit so offt 5eßen vnd drinken auser mitag vnd nachts, 6das wirt das einzige mittel sein, dan ich 7habs in mihr erfahren. So lang ich in der fruh 8vnd nahmitag fleisch geßen vnd gedrunken, ist 9mihr nit guet gewest als wie izt, das nuhr 10in der fruh supen esen due vnd nachmitag 11niks. Disen brif, der hirbey komt, hab geschrieben, 12das dero Liebden könen auf Heidelberg schiken, das 13ihr Durchlaucht herr vatter durch dis, glaub ich, ganz zu- 14friden werden sein vnd ihnen vnd der Erz- 15herzogin noch obligirt, gott wirt ihnen


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16reichlich ersezen diese überwindgung, die 17iten duen dero herr vatter zue trost. Dero Liebden zeigen 18halt in allem dero dugent, daruohr werden 19sie im himmel die belohnung finden 20bey dem güttigsten gott, der niks vnbelondt 21last, was man vmb seinentwillen duet. 22Ich hoff, dero Liebden werden sich wider ganz woll 23befinden, derfs woll nit danken. Wegen des 24balsam ist mihr leid, das ausgelaßen. 25Befehl mich vnd sterbe 26dero Liebden 27getrewste schwester 28EMT 29Wien den 25ten aprill 168830Dero Liebden geben doch woll acht, das nit den 31vnrechten brif, vnd auch die Erzherzogin, auf Heidelberg 32schiken, das wehr erger als arch, mihr wurden ale 33einbüßen.