Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 03.10.1688
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 44/6
1Durchleüchtiger Fürst, herzallerliebster herr bruder 2Ich hoff, dero Liebden werde meine bede schreiben durch 3bede curir empfangen haben, auch den 4opobalsam vohr ihr Durchlaucht, mein gnädigen herrn vattern . 5Gott sey gedankt, das sichs wider zue 6beßrung schikt, der erhalt ihr Durchlaucht noch 7vnzehlbar iahr zue vnser aller trost. Ich 8hab auch mit freüden von ihr Durchlaucht vernommen, 9das sie dero Liebden haben die huldigung laßen annemmen, 10welches ein guetts werkh ist. Ich hör auch, 11ihr Durchlaucht gedenken balt auf Neüburg zue gehen, 12alsdan wolle doch dero Liebden sehn, mit dem Starenberg 13in guetter verstentnus zue bleiben, damit 14ihr Durchlaucht dis fals kein disgusto mögen haben. 15Des Starenbergs weib ist auch bey mihr gewest 16vnd hat in nahmen ihrs mans contestirt, wie das er
17sich auf alleweis befleisen werde, dero Liebden treü vnd 18fleisist zue dienen. Bitt allein, dero Liebden wollens so von 19ihm glauben vnd ein vertrawen auf ihn sezen, 20vnd ich glaubs gewißlich, das ers duen wirt 21vnd dero Liebden vill guett dienst leisten vnd auf alle 22weis suechen, dero Liebden gnad zue meritiren. Hier sagt 23man ein schlimme zeitung, als solte Cöllen 24berent sein, gott woll geben, was zu seiner er 25ist. Mus in eil enden, seindt heündt schpaht 26von dominicanern kommen. Bitt mich deswegen 27bey meiner libsten Erzherzogin vnd bruder Carl 28zue entschuldigen, schik hierbey ein brif von 29Pater Marc vnd sterbe 30dero Liebden 31getrewste schwester 32EMT 33Wien den 3ten octobris 168834Jezt gleich sagt man, es sey 35Pfilipsburg vnd nit Cöllen 36berent.





