Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 06.02.1687

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

59 r2
Faksimile

1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit großen freüden aus ewer Durchlaucht gnädigem schreiben 3vom 25ten passato vernommen, das ewer Durchlaucht sich widerum 4beßer befinden mit ihrem fueß. Der almechtige 5wolle ewer Durchlaucht bestendig in volligem wohlstandt erhalten. 6Des Irschen verichtung ist gut abgangen, vnd werden 7ihr Mayestät balt weiters ewer Durchlaucht schreiben, wie auch wegen 8des Papst mediation wirt die expedition mit 9nechstem erfolgen. Ewer Durchlaucht werden schon die schönen 10propositionen von Frankreich vernommen haben, 11die machen ein mutation in allen sachen. Mein 12bruder Carl kan noch nit reisen wegen seines armbs, 13die balbirer geben aber hoffnung, das balt sein 14wirt. Der Joßephel ist auch gottlob wider guett, steht 15schon wider auf vnd man merkt ihm gottlob kein krankheit 16ahn. Aber zue mehrer sicherheit halten ihn noch ein zeit 17lang im zimmer wegen des verenderligen, feüchten vnd 18kalten wetters. Der Minati vnd Dragi werden sich


59 v2
Faksimile

19sich eilen so vill sie können. Bitt vnterdehnigst vmb ver- 20gebung, das heüt wehniger schreib, ist ein accademie 21gewesen, welche mich verhindert hatt. Bruder Carl lest 22sich auch entschuldigen, das nit schreibt, damit 23mit sein axel belder mög beßer werden. Wan 24der portugesische gesante kommen wirt vnd er 25nit selbsten zeigt, das gutt wehr, das mein bruder 26hinein geht, möcht es woll allerley difficulteten 27geben, welche wohl zue überlegen werden sein. 28Mit nechstem werd in vnterdehnigst mit mehre in disen 29materi berichten, was ihr Mayestät, auch des Hoffkanzler 30meinung in diser sach ist. Due mich in deßen 31in ewer Durchlaucht gnade vnterdehnigst befehlen vnd werde 32sterben 33ewer Durchlaucht 34vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 35EMT 36Wien den 6ten februarii 1687