Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 20.04.1687

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich hab mit großen freüden dero gnädiges schreiben vom 12ten dis 13empfangen, weil ich daraus ewer Durchlaucht guetten wohlstandt 4vernommen, der allmechtige wolle ewer Durchlaucht bestendigst darbey 5erhalten. Wegen der portugeser ist guet, das die sach 6so weit aiustirt ist, weils nit anderst hatt sein 7können. Auf dise weis werden die musici noch woll 8zeit haben, die opera zue lernen, wan die reis noch bis 9in julio aufgeschoben wirt. Überschikh hierbey widerumb 10ein guetten deil vom 3ten act. Izt wirt balt 11der rest folgen, aber lang, förcht ich, werts sein, sonst, 12mein ich, werts gahr schön sein. Wegen der braunschweicher 13vnd brandenburgischen hendel haben ihr Mayestät schon geschikt 14vnd gedan, was sie können, gott geb den verlangten 15effect, dan dises wehre woll gahr ein üble sach, 16der güttige gott wirts verhindern zue seiner 17ehre. Ewer Durchlaucht werden aus meinem lezten schreiben, bei welchem 18ich der Königin in Spanien das ihrige bey geschloßen, gnädigst 19ersehen haben, was sie wegen des gelt schreiben. Ihr


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20Mayestät mein Kaiser vnd ich werden wider eifrigst schreiben, 21damit sie mögen die 100 000 gulden in Portugal übermachen, 22welches sie hoffentlich woll duen werden. Ich schike auch 23ewer Durchlaucht hirbey vom Minati die dedicatori vohret vnd 24waß vohran der opera soll gedrukt werden. Er hatt mich 25gefragt, an wen er die dedicatori machen soll, so hab 26ich glaubt, weil hir bey der Königin, meines brudren vnd 27der Cuhrfürstin hochzeiten er selbige sachen ihnen dedicirt, 28auch er in disen es also halten könte, so hatt ers 29an den König vnd mein schwester gemacht. Ist auch dar- 30bey, wie man die opera könte in zwey dag abdeilen, 31wan solte zue lang fallen auf einen dag, vnd dunkt 32mich die inuention gahr guett zu sein. Ewer Durchlaucht 33werden aus des Minati schreiben mit mehrern sein 34intention vnd explication in einem vnd andern 35sehen. Wan im ewer Durchlaucht die ehr duen werden antworten zue 36laßen, wollen sie im nuhr schreiben al conte Nicolo Minati, 37dan er nit gern hatt, wan man ihm ein poet 38nent. Auch hab ich ewer Durchlaucht vnterdehnigst nit bergen wollen,


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39das der König in Portugal ihr Mayestät mein Kaiser 40noch nie dise heirat notificirt hatt. Steht also 41dahin, ob ewer Durchlaucht nit etwan dem Botschaffter es 42dextere wolten beybringen laßen, wie ewer Durchlaucht auch 43schon der Hoffkanzler wirt geschriben haben. Mihr ist 44woll auch beygefallen, ob nit guet wehre, das mein 45schwester, wan die sponsalien werden vohrbey sein, 46durch ein schreiben vnserer Königin in Schpanien 47daruon parte gebe vnd dardurch ein corespondens 48mit ihr anfienge, welches ich weis, das der Königin 49in Spanien gahr angenehm sein wurde. Dan sie hat50mihr schon etlig mahl geschriben, das sie ein freüdt 51habe, das mein schwester zu die heirat kommen, dan 52sie hoff, sie werd alzeit mit ihr gahr gutte cores- 53pondens haben. Sie zeigt große affection vohr sie, wie 54ewer Durchlaucht eben aus ihrem lezten schreiben, so ich ewer Durchlaucht 55vnterdehnigst überschikt, werden ersehen haben. Bitt ewer Durchlaucht 56vnterdehnigst vmb vergebung, das ich so vermeßen


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57bin, alles dis zue schreiben, ewer Durchlaucht güete erkünt 58mich, weil ich glaub, das es zue ewer Durchlaucht dienst 59gereicht. Due mich hirmit in dero gnade vnterdehnigst 60befehlen vnd werde sterben 61ewer Durchlaucht 62vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 63EMT 64Wien den 20ten apprill 1687


1möglicherweise 15ten