Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 11.04.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

172 r
Faksimile

1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich bitt nochmahlen vnterdehnigst vmb vergebung, das 3ich vohrige post mit mein vnterdehnigstem schreiben nit hab 4aufgewart, ist die procession wegen vnsers kreüz 5ordens daran schuldich. Heünd mus ich aber- 6mahl mit einer vnterdehnigsten entschuldigung kommen, 7weil mihr heünt so schpaht von capuciner 8kommen seindt. Vnd weil könftigen pfinstag 9auch gahr vill fonctiones gibt, wirt woll 10auch schwerlich so vill zeit bleiben, dan 11die materien, welche ewer Durchlaucht mihr gnädigst 12überschriben, mehr weitlaüfichkeit bederfen. 13Due indeßen ewer Durchlaucht zue disen heiligen oster 14feyerdagen deren vnzahlbare mit allem contento 15vnd wollstand, auch aller erdenkhligen glükh


172 v
Faksimile

16sehlichkeit vnd segen vom grontgüettigsten gott 17vnterdehnigst anwüntschen, anbey mich in dero beherlige 18gnad vnterdehnigst befehlen. Werd heündt 8 dag alles 19herein bringen, was ich dise zeit hab ver- 20absaumbt, die ich sterben werde 21ewer Durchlaucht 22vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 23EMT 24Wien den 11ten apprill 1688