Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 01.08.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerlibster herr vatter 2Ich bitte ewer Durchlaucht vnterdehnigst vmb vergebung, das 3ich heündt dero gnädiges schreiben vom 23ten verwichnen 4monats nit ausführlich beantworte. Ist die 5vhrsach, das mihr heündt beyn Himmelporten 6bey der Stresoldin, meiner gewesten freile, 7proffession geweßen, von welcher mihr etwas 8schpaht heim kommen, darumb ich auch mit 9ihr Mayestät so woll wegen meinen schwestern als 10wegen der lütischen wahl ewer Durchlaucht befehl gemeß 11nit hab reden können, werd es aber heündt 12noch duen vnd mit nechstem alles berichten. 13Die recomendationen vohr meinen bruder Carl


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14seindt schon lengst durch einen eigenen curier auf 15Berlin geschikt worden, das disfals mein bruder 16reisen kan, wan er will. Gott geb im glükh, das 17nach verlangen mög auschlagen. Bericht aber 18vnterdehnigst, das ich gehört vohr gewis, das man sicher 19weis, das sie keine kinder wirt dragen, obs wahr 20ist, steht dahin. Bey dem von Brandenburg ist 21sie woll nie in keiner hoffnung gewesen. 22Ich sage ewer Durchlaucht auch vnterdehnigsten dankh vohr aler 23gnädigste wunsch, die sie mihr zu Sankt Anna dag vnd 24sonsten duen wollen, werde mich befleisen, alles 25zue ewer Durchlaucht dienst anzuewenden. Mues enden 26wider mein willen, ist gahr schpaht vnd 27ersterbe 28ewer Durchlaucht 29vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 30EMT 31Wien den 23ten 1ten august 1688