Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 24.10.1688

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15

Ausfertigungeigenhändig

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1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2In der hoffnung, das sich ewer Durchlaucht in der gesundtheit 3mehr vnd mehr erholet werden haben, komm ich mit 4disen vnterdehnigsten zeilen selbigen aufzuewarten, werde nit außer 5sorgen kommen, bis ich werde vernemmen, das ewer Durchlaucht 6gelükhlich zue Neüburg werden angelangt sein. 7Gott wirt auch hoffentlich den bedrüebten zuestand 8des Reichs einist trösten nach seinem göttligen willen. 9Alhier vnterlast man niks, aber ist halt aller 10sucurs weit, das schwerlich a tempo wirt kommen 11können, gott aber ist alles möglich, auf den verlaß 12ich mich festiglich. Aus Polen hab ich nachricht, das 13die Sapien meins bruders Carl gemahlin Liebden guetter zu ihrer


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14protection genommen gegen den König . Es werden auch 15ihr Mayestät iezt hinein schiken zum reichsdag vnd die 16sach negotiren laßen. Sie haben vermeint, es wehr 17guet, wan auch einer von meiner fraw schwegerin 18hinein geschikt wurd, zwar ohne caracter, der disen 19negotio inuigilirte. Der Hoffcanzler schreibt heünt 20aus förlich meinem bruder Carl hierüber. Ich hab zwar 21vermeint, es sey wegen der einladungs meines 22bruders Pfilip Wilhelm bey Beyern als schon aus, dan weiter 23niks daruon gemelt ist worden, heünt aber 24mit der post schreibt der Fuker dem Hoffcanzler 25aus befehl des Cuhrfürsten, er soll ihm vertreülich 26berichten, ob er derfte meinen brueder zue diser 27fonction einladen, dan der Herzoch Max, wie ich 28hör, ist wegen seiner krankheit nit in stant, 29das er dise fonction verichten kan. Ich hab 30aber dem Hoffkanzler gesacht, er soll antworten,


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31das, weil sie hir weiters niks daruon gemelt hetten, 32so hett man nit glaubt, das der Cuhrfürst mehr 33in disen gedanken steh, darauf wehren meine 34brueder vereist vnd diser mit intention, 35alsobalt seine reis in Italien vortzue- 36sezen. Also wüste er Hoffkanzler nit, ob 37er schon wekh sey von Preßlaw vnd woh er aniezt an- 38zuetreffen, vnd dass ihn leicht die brif verfehlen 39könten, also er hierin niks zueferleßichs könte 40versichern. Mit disen, hoff ich, werden mihr 41draus kommen. Vals sie aber weiters die 42sach vrgiren solten, sie ich nit woll, wie mans 43wirt abschlagen können, ich hoff aber, auf dis wirt 44es weiter nit verlangt werden. Due mich hirmit 45in ewer Durchlaucht gnad vnterdehnigst befehlen, die ich 46sterben werde 47ewer Durchlaucht 48vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 49EMT 50Wien den 24 octobris 1688