Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg an Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Wien am 21.11.1688
Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kasten blau, 45/15
1Durchleüchtiger Cuhrfürst, mein herzallerliebster herr vatter 2Ich verhoffe, ewer Durchlaucht werden sich in guettem wohlstandt 3befinden vnd die kreften immerdahr zuenemmen, 4welches der almechtige gnädigst verleyen wolle vnd 5ich selbigen herzlich darumb bitte. Der Hoffkanzler 6hatt mit heünt gesagt, das er gestern ewer Durchlaucht nit 7geschriben, wie ich vermeindt, weil ich mich darauf 8bezogen hab, aber heündt wirt es geschen, gott 9wolle alles zumb besten schiken. Ewer Durchlaucht duen sich 10durch dero generoßes gemüet, resignation vnd vertrawen 11in gott nuhr nit bedrüeben vnd dardurch dero 12gesuntheit, an deren izt alles ligt, conseruiren, 13so wirt gott das übrige auch schon wider ersezen.
14Weil ich erst gestren ewer Durchlaucht ausfürlich geschriben, 15will ich ihnen heünt nit verners vngelegenheit 16machen vnd mich hermit in dero gnade vnterdehnigst 17befehlen, als die ich sterben werde 18ewer Durchlaucht 19vnterdehnigste trewgehorsamste dochter 20EMT 21Wien den 21ten novembris 1688


